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29.03.2006
 

Korallensterben

Frühwarn-System soll Riffe schützen

Um dem Korallensterben auf die Spur zu kommen, haben Experten in Australien den Aufbau eines Pilotsystems beschlossen. Sensoren in den Riffen sollen nun Verschmutzung und Wassertemperatur messen. 

Jahrhunderte, konstante Temperaturen und viel Kalziumkarbonat braucht es, damit ein Korallenriff in voller Pracht erstrahlen kann. Zyklon "Larry", der jüngst durch das Great Barrier Reef pflügte, interessierte das indes recht wenig - unter der Wasseroberfläche hinterließ der Sturm eine Schneise der Verwüstung. Der Sturm zeigte einmal mehr die Sensibilität dieser Ökosysteme.

Bei einer Konferenz in Australien haben Wissenschaftler nun erste Schritte auf dem Weg zu einem globalen Frühwarn-System zum Schutz von Korallenriffen beschlossen. Auf rund 400 Kilometern Länge soll dazu ein Pilotsystem am Great Barrier Reef, dem weltweit größten Riff, installiert werden.

Das neue System ist Herzstück eines Plans, auf den sich 60 Experten aus zehn Ländern am heutigen Mittwoch bei ihrem Treffen in Townsville an der Nordostküste von Australien einigten. Am Ende soll ein Netzwerk von Sensoren stehen, das auf Riffen, die über den gesamten Erdball verteilt sind, Verschmutzung und Temperaturen misst. Die Empfänger der Messdaten wurden bereits in Taiwan, Florida und in der Südsee getestet.

Korallenriffe mit ihrer großen Artenvielfalt gelten weltweit als gefährdet - sowohl durch Verschmutzung der Meere als auch durch die Klimaerwärmung. Das Phänomen des Korallensterbens gilt aber bisher als schlecht erforscht. Mit dem neuen System wollen die Wissenschaftler mehr Klarheit über seine Mechanismen erhalten und aus diesem Wissen dann Gegenstrategien entwickeln.

ded/AFP

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