Gießen - Die Gerste wurde heute ausgebracht. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Bonn hatte den Antrag der Universität für die Aussaat von etwa 5000 genmanipulierten Pflanzen auf 9,6 Quadratmetern genehmigt. Die Arbeit sei reibungslos verlaufen, teilte Versuchsleiter Karl-Heinz Kogel mit. Proteste habe es nicht gegeben, sagte er.
Der ASta der Gießener Universität sprach sich allerdings in einer Pressemitteilung gegen den Anbau aus. "Zwar ist das Risiko des Pollenfluges nahezu ausgeschlossen. Trotzdem haben wir große Bedenken und lehnen diese Versuche entschieden ab", teilte die Studentenvertretung heute mit. Gegen den Einsatz der Gentechnik bei Pflanzen spreche, dass andere Arten dieser Gattung ausgerottet würden. Außerdem seien nach dem Anbau von genverändertem Mais Schädlinge mutiert und Nutztiere vernichtet worden.
Bis 2008 könnten auf dem Versuchsgelände nun jährlich genmanipulierte Pflanzen ausgebracht werden, teilte das BVL gestern mit. Bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen seien keine schädlichen Einflüsse auf Menschen, Tiere und die Umwelt zu erwarten. Es seien 75 Proteste gegen die Aussaat eingegangen, diese Einwände seien überprüft worden.
Die Wissenschaftler wollen bei dem Forschungsprojekt herausfinden, ob die gentechnisch veränderten Pflanzen sich negativ auf nützliche Bodenpilze auswirken. Das Projekt des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der Universität Gießen heißt "Biosafety" und wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. In etwa drei Monaten wird die Gerste geerntet, dann sollen auch die ersten Untersuchungsergebnisse vorliegen.
ffr/dpa
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