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09.08.2006
 

Vulkan Mayon

Forscher sehen Zeichen für baldige Explosion

Vulkanologen warnen vor einem explosiven Ausbruch des Mayon. Der Feuerberg bebte in den vergangenen Tagen mehr als hundertmal und setzt große Mengen an Gas frei. Die derzeitige Beruhigung könnte auf eine bevorstehende heftige Eruption hindeuten.

Manila - Die Aktivität des Mayon ist in den letzten Stunden etwas zurückgegangen, doch darin sehen Vulkanologen keinerlei Grund für eine Entwarnung. Über 24 Stunden seien rund 20 vulkanische Erdbeben registriert worden, gegenüber mehr als hundert am Tag zuvor, teilte das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie mit. Zugleich sei der Ausstoß giftigen Schwefeldioxids deutlich zurückgegangen.

Die Schwankungen seien als Zeichen zu werten, dass der Vulkan weiter sehr unruhig sei, hieß es. Das Institut nannte die vorübergehende Beruhigung "unnormal". "Folglich müssen wir weiterhin vorsichtig sein." Institutsdirektor Renato Solidum sagte, die Anziehungskraft des Mondes könne einen Einfluss auf die Aktivität des Vulkans haben.

"Das ist so, als würde der Mond den Vulkan massieren", erklärte Ernesto Corpuz vom Vulkanologie-Institut. Mindestens drei der fast 50 Ausbrüche des Mayon in den vergangenen vier Jahrhunderten seien zeitlich mit Vollmondphasen zusammengefallen - darunter auch die beiden jüngsten Ausbrüche der Jahre 2000 und 2001.

Gasausstoß bereitet Sorgen

Laut Solidum gibt es Anzeichen für eine bevorstehende explosive Eruption des Mayon. Zunächst habe der Vulkan große Mengen an Schwefeldioxid ausgestoßen. Das zeige, dass gashaltiges Magma im Innern des Berges emporsteige. Dann aber sei der Gasausstoß von über 12.000 Tonnen am Montag auf rund 7800 Tonnen pro Tag zurückgegangen - was bedeuten könne, dass etwas den Magmafluss blockiere. "Das könnte die Möglichkeit einer gefährlichen explosionsartigen Eruption erhöhen", sagte Solidum.

Philippinen: Die Lage des Mayon
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Philippinen: Die Lage des Mayon

Das Vulkanologie-Institut hatte am Montag die Gefahrenstufe vier ausgerufen, nachdem es am Mayon zu sechs Explosionen gekommen war und der Berg eine 800 Meter hohe Aschewolke ausgestoßen hatte. Inzwischen sind fast 40.000 Menschen aus der Gegend in Sicherheit gebracht worden.

Einige Bewohner der acht Kilometer breiten Gefahrenzone am Südwesthang des Vulkans blieben jedoch zurück. Sie weigerten sich, Vieh und Gemüsefelder zurückzulassen. Ein vier Stockwerke hoher Lavastrom hat sich mittlerweile über sechs Kilometer vom Krater entfernt an nahe gelegene Dörfer herangeschoben.

Der auf der Insel Luzon gelegene Mayon ist einer der aktivsten Vulkane auf den Philippinen. Beim folgenschwersten Ausbruch wurden im Jahr 1841 rund 1200 Menschen getötet. Seit Juli spuckt der Berg Asche und Steinbrocken, manche von ihnen so groß wie Autos. Die Philippinen liegen auf dem rund 40.000 Kilometer langen sogenannten Feuerring, einem Vulkangürtel am Rande des Pazifischen Ozeans, der knapp 90 Prozent der weltweit 1500 aktiven Vulkane beinhaltet.

mbe/dpa/rtr

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