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16.11.2006
 

Klimawandel

Alaskas Eisbären werden kleiner und seltener

Die Überlebenschancen von Eisbären in Alaska sinken rapide, wie eine Studie zeigt. Zugleich werden die Raubtiere im Durchschnitt immer kleiner. Forscher vermuten, dass der Klimawandel und der dadurch schrumpfende Lebensraum der Eisbären verantwortlich sind.

"Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass es an Veränderungen im Eismeer liegt. Aber wir wissen auch nicht, was es sonst sein könnte", sagt Steven Amstrup, Leiter eines Eisbären-Projekts der amerikanischen Forschungsbehörde US Geological Survey. Eines aber sei sicher: "Die Veränderungen im Überleben der Eisbärjungen sind dramatisch." Amstrup hat beobachtet, dass Eisbären an Alaskas Nordküste heute wesentlich geringere Überlebenschancen haben als noch vor 20 Jahren.

Kuscheln im Packeis: Eine Eisbären-Mutter mit ihrem Nachwuchs. Junge Eisbären bleiben meist etwas mehr als zwei Jahre an der Seite ihrer Mutter
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AP / U.S. Fish and Wild Life Service

Kuscheln im Packeis: Eine Eisbären-Mutter mit ihrem Nachwuchs. Junge Eisbären bleiben meist etwas mehr als zwei Jahre an der Seite ihrer Mutter

Nur 43 Prozent der Bären lebten während der vergangenen fünf Jahre länger als zwölf Monate. In den späten achtziger und frühen neunziger Jahren waren es noch 65 Prozent, heißt es in der Studie. Zudem waren laut Amstrup männliche Eisbären vor 1990 wesentlich größer und schwerer als solche, die danach untersucht wurden. Die Eisbärenpopulation ist der Studie zufolge von 1800 auf rund 1500 geschrumpft - allerdings hätten sich die Erhebungsmethoden von vorangegangenen unterschieden, hieß es.

Amstup bringt die Ergebnisse mit der globalen Erwärmung in Zusammenhang. Ein großer Teil der Eislandschaft an Alaskas Nordküste sei geschmolzen, das Jagdrevier der Eisbären werde kleiner. Ihre Nahrung fangen die Raubtiere am Rand der Eisgletscher. Das sei inzwischen deutlich problematisch geworden, sagt Amstrup.

Tierschützer fordern Schutzprogramme für die Eisbären und warnen vor deren Aussterben. Der US-Behörde Fish and Wildlife Service liegt eine Petition vor, Eisbären im Rahmen des "Endangered Species Act" aufgrund des drastischen Populationsrückgangs im Polargebiet als bedrohte Tierart einzustufen. Eine Entscheidung des Fish and Wildlife Service soll Ende Dezember fallen.

Der USGS-Report deckt sich laut Amstrup mit dem, was vorangegangene Untersuchungen nahelegten: dass Veränderungen im Eismeer negative Folgen für die Eisbären haben. Weitere Untersuchungen der Region und ihrer Bewohner seien in jedem Fall angebracht.

tos/AP/rtr

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