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08.12.2006
 

Epidemie in Westafrika

Ebola-Virus tötet Tausende Menschenaffen

Das Ebola-Virus hat im Kongo Tausende Gorillas und Schimpansen getötet. Von 2002 bis 2005 fielen dem Erreger laut einer Studie allein 5500 Gorillas zum Opfer - über 90 Prozent der Gesamtpopulation in der Region.

Das gefährliche Ebola-Virus gefährdet das Überleben der Gorillas. Darauf weisen Forscher aus Spanien, Schweden und Deutschland hin, die die Ausbreitung der Krankheit in den tropischen Wäldern des Kongos und Gabuns untersucht haben. Bisher war umstritten, ob es sich bei den in der Region immer wieder auftretenden Funden toter Menschenaffen um Einzelfälle handelte und ob die Tiere überhaupt an dem Virus gestorben sind, das von 2002 bis 2003 auch unter Menschen der Region grassierte.

Westlicher Gorilla im Kongo: Population vom Ebola-Virus dezimiert
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AP

Westlicher Gorilla im Kongo: Population vom Ebola-Virus dezimiert

Im Lossi-Schutzgebiet im Nordwesten der Republik Kongo beobachteten die Forscher 238 individuell bekannte Westliche Gorillas (Gorilla gorilla) und zählten zusätzlich die Schlafnester, um die Bestandsdichte der Tiere abzuschätzen. Nach der Entdeckung der ersten Tiere, die an der Seuche gestorben waren, breitete sich die Epidemie innerhalb weniger Monate aus und tötete mehr als 90 Prozent der Gorillas in der Region.

Zuletzt sind die Tiere erkrankt, die am weitesten entfernt von der zuerst betroffenen Gruppe gelebt haben, berichten Peter Walsh vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und seine Kollegen im Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 314, S. 1564). Daraus schließen die Forscher, dass sich das Virus von Gruppe zu Gruppe ausbreiten kann. Zusätzlich könnten sich die Gorillas aber auch bei anderen Tierarten anstecken, die das Virus tragen, aber nicht selbst erkranken.

Vom Gorillasterben besonders betroffen war ein 2700 Quadratkilometer großes Gebiet im Westen der untersuchten Region. Dort müssen zwischen 2001 und 2005 ungefähr 5500 Gorillas dem Virus erlegen sein, berechneten die Forscher. Das entspricht in etwa der Zahl der heute noch lebenden Östlichen Gorillas (Gorilla beringei), zu denen auch der extrem seltene Berggorilla gehört. Für die in dem Gebiet lebenden Schimpansen schätzen die Forscher einen Rückgang um 83 Prozent.

Da sich das Gorillasterben nicht auf das untersuchte Gebiet beschränkt, befürchten die Wissenschaftler einen starken Rückgang der Gorillapopulationen. Zusammen mit der kommerziellen, illegalen Jagd auf die Tiere könne die Seuche zu einem rapiden Aussterben der Art führen. Weltweit dürfte der Gorilla-Bestand durch das Ebola-Virus in den vergangenen Jahren um etwa ein Viertel geschrumpft sein, schreiben die Forscher.

hda/ddp/dpa

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