Canberra - Eine aus sechs Schiffen bestehende japanische Walfangflotte soll demnächst rund 1000 Wale erlegen - für die Forschung, wie die Regierung Japans immer wieder betont. Kritiker sehen darin jedoch ein leicht durchschaubares Täuschungsmanöver, nicht zuletzt weil das Fleisch der angeblich für die Wissenschaft erlegten Wale später regelmäßig in Gourmet-Restaurants landet.
Aktivisten der Organisationen Greenpeace und Sea Shepherd haben bereits angedroht, die Flotte zu stoppen. Die australische Regierung hat jetzt angekündigt, die Auseinandersetzung zumindest so weit wie möglich verhindern zu wollen: Die japanischen Walfänger dürften keine australischen Häfen anlaufen, sagte Umweltminister Ian Campbell einem Radiosender.
"Das können sie nur mit meiner Erlaubnis tun", sagte Campbell. "Aber ich werde keinem japanischen Walfänger und keinem Versorgungsschiff die Benutzung australischer Häfen gestatten." Das gelte, so lange er Minister sei, betonte Campbell.
Der Politiker begründete das Verbot mit der Gefahr von gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Walfängern und Umweltschützern. Allerdings dürften auch politische Gründe die Entscheidung beeinflusst haben: Campbell betonte, dass er ein entschiedener Gegner des Walfangs ist.
Zudem forderte er die Walfänger auf, auf hoher See keine Wasserwerfer gegen die Demonstranten einzusetzen. "Auf dem südlichen Ozean birgt der Einsatz von Wasserwerfern das Risiko, Menschen ins Meer zu spülen." Der Tod durch einen Kontakt mit einem Schiff, einer Schiffschraube oder Unterkühlung sei ein zu großes Risiko.
Greenpeace hat angekündigt, sein 72 Meter langes Schiff "Esperanza" zur Störung der Walfänger einzusetzen. Die militantere Organisation Sea Shepherd hat bereits zwei Schiffe ins Walfanggebiet geschickt. Eines davon soll einen Rumpf besitzen, der das Rammen anderer Schiffe erlaubt. Paul Watson, Präsident von Sea Shepherd, hat gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bereits damit gedroht, die japanischen Schiffe notfalls auch rammen zu wollen, um die Wale zu beschützen. Vor einem Jahr war es bereits zu einer Kollision zwischen einem Greenpeace-Schiff und einem japanischen Walfänger gekommen.
mbe
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