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24.01.2007
 

Tote Gänse

Vogelgrippe in Ungarn ausgebrochen

Es ist der erste Fall von Vogelgrippe in diesem Jahr in der EU, und möglicherweise auch der erste neue Fund jenes Erregers, der letzten Winter in Europa Angst verbreitet hatte: Über 3000 Gänse in Süden Ungarns wurden vorsorglich getötet. Experten in Großbritannien untersuchen jetzt das Virus.

Brüssel - Es handelt sich um den ersten Ausbruch von Vogelgrippe auf EU-Gebiet in diesem Jahr: Im Südosten Ungarns sind auffallend viele Tiere einer Gänsefarm verendet. Am Montag und Dienstag haben die örtlichen Behörden den gesamten Bestand von über 3000 Tieren töten lassen. Ob es sich bei der Erkrankung allerdings auch um den ersten Fall von H5N1 in der EU seit letztem Sommer handelt, muss noch geklärt werden.

Ein Virus des H5-Stamms sei als Erreger identifiziert worden, teilte die EU-Kommission mit und berief sich dabei auf die ungarischen Behörden. Experten im europäischen Referenzlabor im englischen Weybridge prüfen nun, ob es sich um das für den Menschen gefährliche H5N1-Virus handelt. Erst dieser Befund gilt als verbindlich für den genauen Typ des Erregers - und damit auch für die Einschätzung, wie gefährlich er ist.

Allerdings zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen EU-Vertreter mit den Worten: "Die Kommission wurde heute von den ungarischen Behörden über einen Ausbruch hoch krankheitserregender Vogelgrippe im Bezirk Csongrad informiert." Auf Nachfrage sei bestätigt worden, dass es sich dabei um H5N1 handele, teilte Reuters mit. Den genauen Virustyp zu bestätigen, bevor die Analyse von einem Referenzlabor nachvollzogen worden ist, stellt ein Abweichen vom üblichen Prozedere dar. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP sagte der ungarische Landwirtschaftsminister: Vogelgrippe-Tests hätten einen hoch krankheitserregenden H5-Typ angezeigt, der in Anbetracht älterer Testergebnisse zum gefährlichen N1-Strang gehöre. In anderen Berichten war indes nur von H5 die Rede.

Grippeviren werden entsprechend der Kombination zweier Eiweiße auf ihrer Oberfläche kategorisiert: Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Viren des Typs H5N1 waren im vergangenen Winter bei Wild- und Nutzvögeln in vielen europäischen Ländern gefunden worden, darunter in Deutschland.

Wissenschaftler befürchten, dass der Erreger sich verändern und auf den Menschen überspringen könnte. Davon wiederum ginge ein Risiko für eine weltumspannende Grippe-Epidemie, eine sogenannte Pandemie, aus.

In Ungarn gelte nun in Schutzzonen rund um den betroffenen Betrieb Stallpflicht für Geflügel, erklärte die EU-Komission. Geflügel dürfe in diesen Zonen vorerst auch nicht mehr transportiert werden. In der EU war die Vogelgrippe zuletzt im August ausgebrochen, als im Dresdner Zoo ein Schwan am H5N1-Virus verendete.

stx/AFP/AP/rtr

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