Krangen - Waschbären, vor 15 Jahren noch eine exotische Attraktion, breiten sich explosionsartig aus. Die Märkischen Jäger schossen in der vergangenen Jagdperiode 5712 Waschbären, sagte Bernd Möller, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Fünf Jahre zuvor waren es noch 1265.
Bundesweit sind zuletzt 30.000 Tiere innerhalb eines Jahres erlegt worden - mehr als drei Mal so viele wie vor sechs Jahren. Fachleute sprechen von einem exponentiellen Wachstum der Population. Mancherorts sehen Jäger schon andere Tiere in Gefahr. "Der Waschbär ist inzwischen eine Geißel der Vogelwelt", so Möller. "Er kommt mit seinen Händen überall hin und geht gern an die Gelege von Enten in Naturschutzgebieten."
Andere Tiere wüssten nicht, wie sie sich gegen den unbekannten Dieb wehren sollen, der Waschbär übertrage Krankheiten und Parasiten, und kein Feind bedrohe ihn dabei, denn der Bär stehe bei keinem heimischen Raubtier auf der Speisekarte. "Deshalb müssen wir sehen, dass wir die Population kurz halten."
Nachts huschen Waschbären über Landstraßen, wühlen auf Komposthaufen, tapsen über Dachböden und werfen in Hinterhöfen Mülltonnen um. Nahezu überall in Deutschland wurden die Einwanderer aus Nordamerika schon gesichtet. Die ersten deutschen Waschbären waren in den 30er Jahren in Hessen ausgesetzt worden. Inzwischen drängen die Kleinbären verstärkt in die Städte vor.
jto/dpa
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