Das Kryptonit hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Anfangs, in einem frühen "Superman"-Comic, war es einmal rot, später schimmerte es auch schon einmal bläulich-violett. Die meisten Superman-Experten sind sich allerdings einig: Die wahre Farbe des Kryptonits ist grün. Genauer gesagt: Das war sie bis jetzt.
Film "Superman Returns": Kryptonit ist weiß und nicht grün
Der Schlüssel zu Stanleys Klassifikation ("Wir müssen damit vorsichtig umgehen - wir würden der Erde ja nicht ihren berühmtesten Superhelden nehmen wollen!") liegt auf Zelluloid. Im Film "Superman Returns" stiehlt Super-Bösewicht Lex Luthor ein Bröckchen Kryptonit aus einem Museum - und der Behälter, in dem das Superman-schädliche Material aufbewahrt wird, trägt die Aufschrift "sodium lithium boron silicate hydroxide".
Echtes Kryptonit kommt aus Serbien
Stanley stieß auf diese Bezeichnung, als er im Internet nach der Bezeichnung für ein Mineral suchte, das Minenarbeiter gerade in einem serbischen Schacht entdeckt hatten. Stanley freute sich zunächst, als man ihn zur Klassifikation der neuentdeckten Substanz hinzuzog, und war dann kurzfristig entsetzt, dass es offenbar doch schon ein anderer entdeckt hatte. Zum Glück erwies sich die filmische "sodium lithium boron silicate hydroxide"-Referenz als fiktiv.
Stanley sagte der BBC: "Das neue Mineral enthält kein Fluor (anders als im Film) und ist weiß und nicht grün, entspricht chemisch aber ansonsten in jeder Hinsicht dem Stein, in dem im Film das Kryptonit eingeschlossen ist."
Neu ist die weiße, pulverige Substanz aus Serbien allemal, das haben Tests in London und auch in einer Einrichtung des National Research Council in Kanada ergeben. Gefährlich ist die Substanz aber nicht - sie ist nicht einmal radioaktiv. "Kryptonit" wird das weiße Zeug, das ab Morgen kurzzeitig im Natural History Museum ausgestellt wird, übrigens auch nicht heißen. "Jadarit" haben Wissenschaftler das Mineral stattdessen genannt, nach seinem Fundort. Vielleicht sollte das sicherheitshalber noch jemand dem Stählernen mitteilen.
cis/Reuters
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