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24.05.2007
 

Indien

Tiger-Bestand dramatisch geschrumpft

Das Siechtum der indischen Tiger übertrifft die schlimmsten Befürchtungen: Eine umfassende Zählung des Bestands hat ergeben, dass die Zahl der Raubkatzen in dem Land weit geringer ist als bisher vermutet.

Neu-Delhi - Eine Bestandserfassung der Tiger in Indien hat erschreckende erste Ergebnisse erbracht: Die Population der Raubkatzen in dem Land ist offenbar dramatisch geschrumpft. Vor zwei Jahren hat das das staatliche Wildlife Institute of India (WII) mit der Zählung begonnen. Das bisherige Resultat: Die Bestände sind in einzelnen Regionen um zwei Drittel kleiner, als die Experten bisher gedacht hatten.

Bengalischer Tiger in einem indischen Naturpark: Die Population der Raubkatzen in Indien ist stark geschrumpft
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REUTERS

Bengalischer Tiger in einem indischen Naturpark: Die Population der Raubkatzen in Indien ist stark geschrumpft

"Die Ergebnisse sind deprimierend", sagte Belinda Wright, Vorsitzende der Wildlife Protection Society of India, die sich vor allem für die Großkatzen in Indien einsetzt. Vor einem Jahrhundert gab es noch rund 40.000 Tiger. Bei der letzten Zählung von 2002 wurde eine Bestandsgröße von 3500 Tieren geschätzt. Eine Gesamtzahl für ganz Indien wurde jetzt noch nicht veröffentlicht, liegt aber vermutlich weit unter 3500. Im Bundesstaat Madhya Pradesh wurden laut Wright nur noch 210 bis 340 Tiger gezählt, während die bisherige Schätzung von 710 Großkatzen ausging.

Die Zählung umfasste bisher 16 der 28 indischen Tiger-Reservate und ihre Umgebungen. "In den Reservaten sieht es besser aus, als wir erwartet hatten", sagte ein Sprecher der staatlichen Tierschutzbehörde. "Aber die Gebiete um sie herum haben die meisten Tiger verloren." 60 Prozent der indischen Tiger-Population würden außerhalb der Reservate vermutet.

Belinda Wright sieht dagegen auch in den Schutzgebieten eine wenig erfreuliche Lage. "Anscheinend sind nur 2 der 16 bei der Zählung erfassten Reservate in gesundem Zustand." In Indien lebt rund die Hälfte aller noch wild lebenden Tiger der Welt. Artenschützer sind allerdings der Meinung, dass das Land den Kampf um das Überleben der Großkatzen in freier Wildbahn verliert. Denn die Schutzgebiete allein reichen dafür nicht aus: Sie sind zu klein, um eine Population zu enthalten, die auf lange Sicht überleben kann, erklärte die Tierschutzbehörde.

mbe/AP/rtr

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