Honolulu - Der Kilauea gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Hawaii befindet sich auf einem Hot Spot, aus dessen Tiefe sich immer wieder heiße Lava einen Weg nach oben bahnt - und so auch den berühmten Volcanoes-Nationalpark geformt hat. Kleine Ausbrüche gibt es immer wieder, seit 1983 glüht der Kilauea praktisch durch. Dennoch blicken die Hawaiianer dieses Mal mit Sorge auf das Naturschauspiel.
Nach einer Reihe von kleinen Erdebeben ist der Kilauea auf Hawaiis Hauptinsel richtig aktiv geworden. Mehrere Risse haben sich dort gebildet. Südlich des Gipfels tritt jetzt starker Rauch und Dampf aus, ganz in der Nähe eines Tier- und Pflanzebiotops. Würde dem heißen Dampf auch glühende Lava an die Oberflächen folgen, dann könnte ein schlimmes Feuer ausbrechen - und Flora und Fauna vernichten.
In der Nähe des dampfenden Risses lebt zum Beispiel die so genannte fröhliche Gesichtsspinne (Theridion grallator) auf deren Körper ein Muster zu sehen ist, das wie ein lachendes Gesicht aussieht. Auch seltene Klein-Libellen wie eine Unterordnung der Zygoptera sind hier zu Hause. In unmittelbarer Nachbarschaft zum brodelnden Boden wachsen heimische Wälder und seltene Farne. "Das ist eines der lebendigsten Biotope, die wir hier haben", sagt Jim Gale, Sprecher des Nationalparks. Ein Ausbruch könne verheerende Ausmaße haben.
Feuchter Boden hält die Funken in Schach
Noch können die Experten beruhigen. "Bisher gibt es keine offenen Flammen", sagt Gale. Weil es geregnet habe, sei der Boden derzeit feucht genug, um gefährliches Funkensprühen zu verhindern. Damit das auch weiterhin so bleibe, überlege die Regierung sogar, Wasserbecken in der Gegend aufzustellen. Mit diesen Wasservorräten könnten dann mögliche Flammen gelöscht werden.
Am Vulkan-Gipfel haben Wissenschaftler indes eine "hohe Konzentration von Schwefeldioxid gemessen", die für den Menschen gefährlich sei, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur AP. Jedoch sei der Gipfel generell für Besucher gesperrt. Nach den Erdbeben der vergangenen Tage wurden auch weitere Teile des Nationalparks gesperrt.
Dabei sind Vulkane sehr eigensinnig, ihr Verhalten kaum vorhersehbar. Oft sagen Wissenschaftler einen Ausbruch voraus, aber nichts passiert. Das Dilemma wurde vor einem Jahr am indonesischen Vulkan Merapi offenkundig. Zehntausende Anwohner waren evakuiert worden, nachdem der Merapi - er gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt - Asche und Lava gespuckt hatte. Der Ausbruch blieb jedoch aus.
atr/AP
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