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07.07.2007
 

Leuchtende Plagegeister

Quallenflut vor Mallorca

In der Nähe der Ferieninsel Mallorca hat ein Forscherteam eine große Ansammlung von Leuchtquallen entdeckt. Auch in anderen Regionen des Mittelmeers tummeln sich die Tiere in Scharen - Sommerurlauber müssen sich vor Verbrennungen durch die Nesseltiere hüten.

Den persönlichen Kontakt mit einer Pelagia noctiluca sollte man nach Möglichkeit dringend vermeiden. Die Leuchtqualle nesselt stark, wie die Fachleute das formulieren: Eine Berührung führt zu Hautreizungen, brennendem Schmerz und regelrechten Verletzungen, die oft ärztlich behandelt werden müssen. Im vergangenen Sommer war die Plage im Mittelmeerraum schlimmer als je zuvor: Tausende von Urlaubern mussten sich in Behandlung begeben, besonders viele an den spanischen Costa Brava und der Costa Dorada.

Jetzt sind die Nesseltiere, die im Dunkeln leuchten können, wieder unterwegs und werden so manchem Strandurlauber möglicherweise den Sommerurlaub verderben. Im Augenblick, meldet die Meeresschutzorganisation Oceana, befinden sich große Ansammlungen in Gebieten Nahe der Ferieninsel Mallorca - etwa beim Hafen Port de Cabrera und in den Buchten Cala Santa María und Cala Gandulf, aber auch in tieferen Bereichen wie der Emile-Baudot-Bank, 30 Seemeilen südlich der Insel Cabrera, die wiederum südlich von Mallorca liegt.

In den letzten Wochen habe man auch an anderen Stellen des westlichen Mittelmeers, etwa beim Archipel der Liparischen und der Äolischen Inseln nördlich von Sizilien, hohe Quallenkonzentrationen festgestellt, so die Organisation. "Es handelt sich nicht um ein lokales Problem", sagt der Biologe Xavier Pastor, der eine Mittelmeerexpedition von Oceana leitet. Die Ursache sei ebenfalls nicht in erster Linie vor Ort zu suchen.

Die Auslöser der immer weiter zunehmenden Zahl der lästigen Leuchtquallen seien vielfältig - aber sie hätten alle mit dem Menschen zu tun. Eine durch den Klimawandel gestiegene Wassertemperatur spiele ebenso eine Rolle wie die Ausbeutung von Fischgründen, wobei auch die Raubfeinde der Quallen versehentlich oder sogar absichtlich dezimiert würden.

Nahrungskonkurrenten der Quallen, wie etwa kleine Tiefseefische, werden seltener. Ihre Nahrung dagegen, Plankton nämlich, wächst und gedeiht - dank Wasserverschmutzung durch Düngemittel und städtische Abwässer. Auch in diesem Sommer wird man sich vermutlich auf Schreckensmeldungen über Quallenplagen an den Stränden des Mittelmeers einstellen müssen.

cis

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