Eine Untersuchung des Labors von Merial Animal Health in Südenglang hat bislang keine konkreten Hinweise für eine Verbindung mit dem Ausbruch der Krankheit auf der Farm ergeben - das teilte zumindest das Unternehmen am heutigen Montag mit. "Wir arbeiten nach den höchsten internationalen Standards und wir haben absolutes Vertrauen in die Integrität unserer Operationen", sagte Merial-Direktor David Biland.
Zuvor hatte bereits ein staatliches Forschungsinstitut, auf deren Gelände sich das Merial-Labor befindet, jeden Verdacht von sich gewiesen. Alle Sicherheitsvorschriften seien eingehalten worden. Das Institut hatte kleinere Mengen des Virus für Forschungszwecke benutzt.
Transportverbot verhängt
Beide Einrichtungen werden seit Sonntag im Auftrag der britischen Regierung von unabhängigen Epidemie-Experten untersucht. Mit einem ersten Zwischenbericht wird am Dienstag gerechnet. Bislang sind keine neuen Fälle der Maul- und Klauenseuche aufgetreten. Das Verbot sämtlicher Transporte von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen blieb dennoch weiter bestehen. Betroffen sind mehr als 110.000 Farmbetriebe.
Die Bundesregierung sieht nach dem MKS-Ausbruch in England derzeit keine Gefahr für Deutschland. "Es sind alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen", sagte Agrarstaatssekretär Gerd Müller (CSU) am Montag. Eine Telefonkonferenz der "Task Force Tierseuchen" von Bund und Ländern ergab, dass bisher kein Tier in Deutschland die Seuche aufweist. Unter Beobachtung stehen 39 Schafe und ein Rind sowie zwei Zootiere. Mehrere Bundesländer gaben bereits Entwarnung für Tiere aus England. Für Verbraucher und Landwirte in Deutschland bestehe kein Anlass zur Sorge, sagte Müller.
"Es gibt bisher keine Anzeichen, dass die aus Großbritannien eingeführten Tiere das Virus MKS in sich tragen", sagte ein Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums. "Entwarnung kann bereits gegeben werden für das Rind, das nach Schleswig-Holstein gekommen ist und die Schafe, die nach Rheinland-Pfalz eingeführt wurden." Die betroffenen Höfe würden beobachtet. Die 39 Schafe wurden nach Ministeriumsangaben an drei Betriebe in Hessen und je einen Betrieb in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geliefert, zwei Tiere an den Dresdner Zoo. Alle Tiere stammen aus Gebieten, die mehr als 100 Kilometer vom Ausbruchsort in England entfernt sind, sagte Müller. Weitere Testergebnisse werden an diesem Dienstag erwartet.
hda/dpa
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