Die Orientalische Hornisse gilt im südlichen Europa als einer der schlimmsten Imkereischädlinge. Die Räuber fangen Bienen am Flugloch ab und dringen sogar in die Stöcke ein, um deren Honig zu rauben. Von Asiatischen Honigbienen etwa ist bekannt, dass die Temperatur im Inneren eines Schwarms so hoch werden kann, dass feindliche Hornissen daran zugrunde gehen. Bei Zyprischen Bienen klappt das nicht: Zwar steigt auch bei ihnen die Temperatur im Inneren des Schwarms bis auf 44 Grad Celsius, doch die Hornissen können bis zu 51 Grad ertragen. Auch gegen den Stachel der Bienen sind die Hornissen durch ihr hartes äußeres Skelett geschützt.
Was also tun gegen die gefräßigen Feinde? Die Zyprischen Bienen haben sich etwas Neues einfallen lassen: Sie kesseln die Hornissen ein und ersticken sie. Befindet sich eine Hornisse erst einmal inmitten eines Bienenschwarms, attackieren die Bienen bevorzugt deren Hinterleib, wo sich die lebenswichtigen Atemlöcher befinden, hat ein Team um Alexandros Papachristoforou von der Universität von Thessaloniki beobachtet.
Hornissen pumpen mit Muskelbewegungen des in Segmente gegliederten Hinterleibs Luft in spezielle Atemröhren, die ins Körperinnere führen. Beim Zusammenziehen strömt verbrauchte Luft aus, beim Entspannen frische Luft ein. Die Bienen verhindern das Nachströmen frischen Sauerstoffs, indem sie sich um den Hinterleib der Hornissen drängen und diesen so daran hindern, sich wieder auszudehnen, schreiben Papachristoforou und seine Kollegen im Fachmagazin "Current Biology" (Bd. 17, Nr. 18).
In einem Laborversuch fixierten die Forscher Hornissen nach dem Ausatmen, also dem Zusammenziehen der hinteren Segmente. Sie wiesen nach, dass schon das Blockieren zweier Segmente die Luftaufnahme um ein Drittel verringert. Bei vier fixierten Segmenten werde die Atmung gar um 87 Prozent reduziert. Hielten die Wissenschaftler aber die Öffnungen am Hinterleib der Hornissen während einer Bienen-Attacke künstlich offen, überlebten viele von ihnen den Angriff.
Der Erstickungstod der Hornissen werde durch die hohen Temperaturen innerhalb des Bienenschwarms noch beschleunigt, schreiben die Forscher. Bei Hitze verlieren die Hornissen demnach viel mehr Wasser, was die Kohlendioxid-Konzentration in der Körperflüssigkeit der Insekten zusätzlich ansteigen lasse, so dass die Tiere schneller erstickten.
mbe/dpa/ddp
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