Anfang September knallte es gewaltig im nördlichen Tansania: In einer explosiven Eruption schleuderte der Vulkan Ol Doinyo Lengai Asche und glühendes Gestein in den Himmel Ostafrikas. Opfer gab es bisher nicht zu beklagen. In den Tagen nach Beginn des Ausbruchs gab die Regierung Tansanias der Bevölkerung in den umliegenden Dörfern bisher nur den Rat, sichere Gebiete aufzusuchen.
Umso beeindruckender ist dagegen ein Bild, das der Nasa-Satellit "Terra" geschossen hat. Dessen Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer (Aster) hat den Ol Doinyo Lengai erfasst, während er in seinen eigenen Rauch gehüllt ist.
Die vulkanische Wolke schimmert in einem blassen Blaugrau und löst sich in Richtung Süden langsam auf. Die dunklen Stellen an den Flanken des Feuerbergs sehen auf den ersten Blick aus wie erkaltete Lava, sind aber Brandmale, die von den ersten, schnell laufenden Lavaströmen entfacht wurden.
Wenn der Ol Doinyo Lengai ausbricht, kommt es üblicherweise nur zu einigen Lava-Ausflüssen am Gipfel. Diesmal aber war es anders: In einer gewaltigen Explosion schickte der Vulkan eine mindestens 18 Kilometer lange Rauchwolke über das Land.
Überhaupt ist der Ol Doinyo Lengai ein ungewöhnlicher Vulkan: Zwar gehört er zur weit verbreiteten Klasse der Stratovulkane, die aus abwechselnden Schichten erkalteter Lava, verhärteter Asche und Felsgestein früherer Eruptionen besteht. Doch er ist nach Angaben der Nasa der weltweit einzige bekannte Vulkan, der sogenanntes Natrokarbonatit produziert.
Diese Art Lava ist mit 500 bis 600 Grad Celsius relativ kühl und kann deshalb aus nächster Nähe bewundert werden, ohne dass man sich gleich einen Hitzeschutzanzug überstreifen muss. Allerdings ist sie keinesfalls ungefährlich: Natrokarbonatit ist so flüssig, dass es zugleich die schnellste Lava-Art überhaupt ist - mitunter schneller, als ein Mensch rennen kann.
mbe
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