Von Markus Becker
Die Teilnehmerliste der Initiative liest sich wie das Who's who der globalisierten Wirtschaft: Prinz Charles hat Führungskräfte von 150 internationalen Unternehmen versammelt, um mit ihnen das "Bali Communiqué" zu veröffentlichen. Die doppelseitige Anzeige in der heutigen Ausgabe der "Financial Times" ist gespickt mit Logos bekannter Unternehmen - von der Deutschen Telekom und Vodafone über Adidas und Roche bis hin zu eBay und Nokia. Selbst Auto-, Öl- und Stromkonzerne sind dabei.
Der Brandbrief enthält jene Sätze, die sich in den vergangenen Monaten ebenso plötzlich wie tief ins Standardrepertoire von Managern gegraben haben: "Die Vorteile von entschiedenem Handeln gegen den Klimawandel gleichen die Kosten der Untätigkeit aus", heißt es etwa. Mit jedem Jahr des Wartens stiegen die Risiken, die armen Länder hätten zuerst und am meisten zu leiden. Man brauche verbindliche Zielvorgaben, die Umstellung auf saubere Technologien verspreche "bedeutende Geschäftsmöglichkeiten".
Frei von Bescheidenheit heißt es auf der eigens eingerichteten Communiqué-Website: "Die Initiative wird wahrscheinlich großen Einfluss auf die Uno-Klimaverhandlungen haben." Für "bedeutend" hält der britische Kronprinz insbesondere, dass auch chinesische Unternehmen der Initiative beigetreten seien. Warum das so wichtig ist, führt er nicht weiter aus. Braucht er auch nicht. Denn längst ist klar: Für eine wirksame globale Klimapolitik ist mehr als die Teilnahme der USA notwendig - ohne die großen Schwellenländer, allen voran Indien und China, geht nichts mehr.
Die Erwartungen an die Uno-Klimakonferenz auf Bali sind gewaltig: Vertreter von 192 Staaten sollen ab Montag zwei Wochen lang auf der indonesischen Ferieninsel ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll aushandeln. Beschlossen werden soll nicht bloß eine drastische Senkung der Treibhausgasemissionen, sondern auch, wie genau das zu schaffen ist - und in welcher Zeit. Am Ende muss jede einzelne der 192 Nationen zustimmen, sonst wird es kein Abkommen geben. Und die Zeit drängt: "Wir haben zehn bis 15 Jahre, um den derzeitigen Aufwärtstrend der globalen Emissionen in einen extremen Abwärtstrend zu verwandeln", sagt Yvo de Boer, Chef des Uno-Klimasekretariats in Bonn, zu SPIEGEL ONLINE.
Kleinster gemeinsamer Nenner: Der Klimawandel existiert
Einigkeit herrscht lediglich darüber, dass der Klimawandel bereits im Gang ist und dringend begrenzt werden muss, um wenigstens das Allerschlimmste zu vermeiden. Der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) hat eine magische, Kritikern zufolge auch etwas willkürliche Grenze gezogen: Mehr als zwei Grad Erwärmung gegenüber vorindustriellen Zeiten dürfe man sich auf keinen Fall erlauben.
Allerdings sind manche Klimaforscher bereits davon überzeugt, dass die Zwei-Grad-Grenze nicht mehr einzuhalten ist - selbst wenn die Staatengemeinschaft ihre ehrgeizigsten Ziele erreichen würde. Zudem sind die hehren Versprechungen der westlichen Industriestaaten wenig wert, wenn große Schwellenländer wie Indien und China nicht uneingeschränkt mitziehen - und danach sieht es derzeit nicht unbedingt aus.
Die chinesische Regierung hat schon Wochen vor Beginn der Bali-Konferenz signalisiert, dass sie verbindliche Obergrenzen für den Treibhausgasausstoß nicht akzeptieren werde. In den vergangenen Tagen ließ Peking gleich mehrere seiner Beamten die eigene Position verdeutlichen: Möglicherweise werde man einem globalen Klimaabkommen beitreten - aber nur, wenn der Westen dafür bezahlt.
Da die Industrienationen für den bisherigen Klimawandel hauptverantwortlich seien, sollen sie auch bei den Gegenmaßnahmen die Hauptlast tragen, argumentieren die Chinesen. Den Entwicklungs- und Schwellenländern müsse dagegen der wirtschaftliche Aufstieg gestattet werden. Energiebedarf und Treibhausgasemissionen müssten dort noch "über einen langen Zeitraum steigen", sagte Chinas Vize-Außenminister Zhang Yesui Anfang November.
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Nciht Äpfel und Birnen verwechseln: Haloalkane sind nicht mit FCKW gleichzusetzen. Und was vulkanische FCKW-Quelle angeht, schau mer mal: http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es990838q ---Zitat--- A conservative [...] mehr...
Dann sollte man es auch ganz lesen. Bisher sind natürliche Brom und Methanverbindungen bekannt die schon mal für 30% des Ozonabbaus gelten sollen. Aber nun untersucht man 3500 Stoffe (Möglichkeiten) , die man bis dato noch [...] mehr...
Sie wissen doch, wie das so mit den Schätzungen ist: Was Genaues weiß man nicht. Bestes Beispiel der Schweinegrippehype, wo auch sämtliche Schätzungen danebenlagen. mehr...
Ich habe das CClF3 übersehen? *Sie scherzen!* Sie haben es eben erst erwähnt; mal *wieder ohne Referenz*. Brauche ich auch nicht, da seine natürlichen Quellen schon in Molina&Rowland(1974) erwähnt wurden. Ich hatte gefragt [...] mehr...
Ich wundere mich, dass Sie sich überhaupt noch trauen, etwas zu schreiben - vor allem dann, wenn Sie keinen einzigen Punkt meiner Checkliste (http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=5248345&postcount=2038) durchgegangen [...] mehr...
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