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29.01.2008
 

Chamäleons

Plausch mit Farben

Die Fähigkeit zur Veränderung ihrer Farbe haben Chämaleons nicht zur Tarnung, sondern als Kommunikationsmittel entwickelt. Australische Forscher haben beobachtet, dass sie am stärksten ihre Farbe ändern, wenn sie Artgenossen begegnen.

"Ich bin besiegt und unterwerfe mich" - "Wollen wir uns paaren?" - Chamäleons verändern ihre Farbe besonders intensiv, wenn sie einen Rivalen beeindrucken oder ein Weibchen anlocken wollen. Dies schließen Devi Stuart-Fox und Adnan Moussalli von der Universität in Melbourne aus Beobachtungen an Zwergchamäleons der Gattung Bradypodion. Zur Tarnung nehmen die Tiere dagegen nur die Helligkeit der Färbung zurück, berichten die Forscher im Fachmagazin "PLoS Biology" (Bd. 6, e25).

Chamäleon: Kommunikation mit Farben
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AP

Chamäleon: Kommunikation mit Farben

Viele Tierarten haben die Fähigkeit zur Veränderung ihrer Hautfarbe. Meist geschieht dies allerdings nur in begrenztem Umfang und über einen längeren Zeitraum hinweg, da die für die Farbveränderung verantwortlichen Hormone eine Anlauf- und Abklingzeit haben. Bei Chamäleons und Kopffüßern spielen Hormone hingegen keine Rolle: Die Tiere können ihre Farbe neuronal direkt steuern und so innerhalb von Millisekunden eine Veränderung herbeiführen. Manche können dabei nur die Helligkeit der Färbung verändern, zum Beispiel unterschiedliche Brauntöne hervorbringen. Andere steht eine breite Palette von Farben und Helligkeiten zur Verfügung.

Lange galt es unter Biologen als klar, dass diese bemerkenswerte Fähigkeit zum Schutz vor Fressfeinden entwickelt wurde. Die Schnelligkeit des Farbwechsels und das breite Spektrum der Farben machten Stuart-Fox und Moussalli allerdings stutzig. Bei Messungen von Färbung und Grad der Farbveränderung, Auffälligkeit der Farbe für andere Artgenossen und Abweichung von Hautfarbe zu Hintergrundfarbe stellten sie fest, dass der höchste Grad an Farbveränderung zu beobachten ist, wenn sich zwei Männchen begegnen und sich gegenseitig beeindrucken wollen. Hätte sich die Fähigkeit zum Farbwechsel bei Chamäleons aus Zwecken der Tarnung entwickelt, so wären bei der Tarnung auch die größten Farbwechsel zu beobachten, schreiben die Forscher.

Aus diesem Grund gehen die Biologen davon aus, dass vor allem die Notwendigkeit zur Kommunikation mit Artgenossen der Auslöser für die Entwicklung war. Unterstützt wird ihre These von der Bandbreite der Situationen, in denen Chamäleons Farbveränderungen als Ausdruck ihrer Absichten verwenden. Beispiele hierfür sind nicht nur der Kampf zwischen zwei Männchen, es gibt auch Färbungen und sogar Aussagen wie: "Dieser Vorschlag wurde gerade von einem Weibchen vehement abgelehnt."

Durch die schnelle Reaktionszeit können Chamäleons es sich leisten, diese Signale in kräftigen Farben zu senden. Lassen sie die Farben nur kurz aufblitzen, genügt das zwar für einen Artgenossen, die Nachricht zu verstehen. Räuber aber bemerken den Vorgang oft gar nicht. Für sie scheinen die Chamäleons mit dem Hintergrund verschmolzen zu sein.

lub/ddp

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