Er hatte in etwa das Format einer Bowlingkugel oder eines mittelgroßen Kürbisses. Er wurde bis zu fünf Kilogramm schwer und trug einen Panzer. Sein heute lebender größter Verwandter, der Goliathfrosch, hätte mit seinen 32 Zentimetern Länge und 3,6 Kilogramm Gewicht keine Chance gehabt gegen den Beelzebufo ampinga, den Teufelsfrosch aus Madagaskar.
Susan Evans und Marc Jones vom University College in London und David Krause von der Universität in Stony Brook beschreiben im Fachmagazin "PNAS" (Bd.105, S. 2951) ein Urtier, das in so manchem Horrorfilm eine schmatzende Hauptrolle spielen könnte - zum Glück, möchte man sagen - aber schon vor 65 bis 70 Millionen Jahren verschwand.
Der Beelzebub-Frosch trug eine schützende Panzerung, hatte einen sehr breiten Mund und kraftvolle Kiefer. Wahrscheinlich konnte er damit Echsen, kleine Wirbeltiere und vielleicht sogar Dinosaurierküken verspeisen. Dank seiner Tarnung konnte der Monsterfrosch seinen Opfern bequem auflauern. Susan Evans sagt, er habe in Wahrheit wahrscheinlich vor allem Insekten und Eidechsen gefressen, "aber es ist nicht unmöglich, dass Beelzebufo auch mal frisch geschlüpfte oder jugendliche Dinosaurier verspeiste". Er sei wohl "recht gefräßig" gewesen, ergänzt Krause.
Wie kam der Monsterfrosch nach Madagaskar?
Krause und seine Kollegen rekonstruierten das Skelett Beelzebufos aus Einzelteilen verschiedener Tiere, da von den 75 bis heute ausgegrabenen Exemplaren des Amphibiums meist nur einzelne Knochen erhalten sind. Schon im Jahr 1993 fand Krause die ersten der ungewöhnlich großen Froschknochenfragmente auf Madagaskar. Erst jetzt jedoch kamen genügend zusammen, um das furchteinflößende Äußere des Beelzebufo zu rekonstruieren.
Die Einordnung des Frosches innerhalb der Familie bereitet den Forschern allerdings Kopfzerbrechen: Die nächsten Verwandten Beelzebufos sind die in Südamerika lebenden Hornfrösche. Was aber tut ein südamerikanischer Frosch auf Madagaskar? Da die Tiere große Ozeane nicht überqueren können und keine anderen Fossilien des Riesenfrosches auf dem afrikanischen Kontinent gefunden worden sind, tippen Evans und ihre Mitarbeiter auf eine direkte Verbindung von der afrikanischen Insel zum südamerikanischen Kontinent.
Durchaus umstrittenen Theorien von Geologen zufolge könnte in der späten Kreidezeit eine Landbrücke von Südamerika über die Antarktis nach Madagaskar bestanden haben. Nahe Verwandtschaftsbeziehungen zwischen madagassischen und südamerikanischen fossilen Sauropoden, Theropoden, Krokodilen und Säugetieren unterstützen diese These.
cis/ddp/AP/dpa
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