Der Himmel war klar und die Sicht war gut, als am vergangenen Sonntagmorgen der "Terra"-Satellit der Nasa die verschneite russische Halbinsel Kamtschatka überflog. Eine schmutzig-graue Säule schwebte über dem strahlenden Weiß: Der Vulkan Shiveluch war kurz zuvor ausgebrochen und ließ gewaltige Mengen an Asche über die Halbinsel wehen.
An Bord war das Sensorsystem Advanced Spaceborne Thermal Emission and Radiometer (Aster). So konnte der Terra-Satellit der Nasa ein beeindruckendes Bild schießen, als er über den Shiveluch-Vulkan in Russland flog: Eine Säule aus Asche von einer erst kurz zurückliegenden Eruption schwebt über einer Wüste aus Eis.
Die dunklen Stellen an den südlichen Flanken des Strato- oder Schichtvulkans sehen aus wie Brandmale, sie wurden aber nur von dem herabrieselnden Ascheregen braun eingefärbt. Auf der Aufnahme des Advanced Spaceborne Thermal Emission and Radiometer (Aster) an Bord von "Terra" ist zu sehen, dass der Wind die Aschesäule nach Osten weht. Ihr Schatten zeichnet sich auf der schneebedeckten Ebene rund um den Berg ab.
Mit 3283 Metern ist der Shiveluch einer der größten Vulkane auf der Halbinsel Kamtschatka im äußersten Nordosten Russlands. Mit rund 60 großen Eruptionen in den vergangenen 10.000 Jahren zählt er auch zu den aktivsten. Kamtschatka ist mit 370.000 Quadratkilometern eisiger Weite die größte Halbinsel Ostasiens. Sie grenzt an die Beringstraße, die berühmte Meerenge zwischen Russland und Alaska.
Der Shiveluch besitzt eine komplizierte und robuste Struktur: Die nördliche Hälfte des Vulkans wird alter Shiveluch genannt - ein Stratovulkan, der in der späten Eiszeit aktiv war. In der modernen Zeitgeschichte verlagerte sich seine Aktivität weiter südlich, ein Bereich, der jetzt junger Shiveluch genannt wird.
Der Shiveluch gehört zum sogenannten pazifischen Feuergürtel, dem auch einige weitere Vulkane angehören. Die Tektonik an den Bruchstellen der Kontinentalplatten sorgt dort für häufige Erdbeben und Vulkanausbrüche. In einer Tiefe von 10.500 Metern unter dem Meeresspiegel schiebt sich die Pazifische Platte jedes Jahr zwischen neun und zehn Zentimeter weiter unter die Platte von Okhotsk und verursacht regelmäßig Erschütterungen.
nis
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