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29.02.2008
 

Schwebetechnik

Forscher enträtseln Fledermaus-Flugtrick

Fliegen ist eine komplexe Kunst - das beweist eine neue Studie über Fledermäuse. Bei Versuchen im Windkanal haben Forscher herausgefunden, dass die Tiere eine ähnliche Flügelschlagtechnik nutzen wie manche Insekten.

Aerodynamik ist ihre Spezialität: Fledermäuse erzeugen mit der scharfen Kante an der Flügel-Vorderseite einen Wirbel, der bis zu 40 Prozent des Auftriebs erzeugt. Diesen bislang nicht bekannten Flugtrick der fliegenden Säugetiere haben Anders Hedenström und seine Kollegen von der Lund University in Schweden entdeckt, als sie Blütenfledermäuse im Windkanal untersuchten.

Der spezielle Wirbel wird im Fachjargon als "leading edge vortex" bezeichnet. Er war bislang nur von Insekten bekannt. Hummeln können dank des Tricks besser an einer Stelle schweben. Offensichtlich beherrschen aber auch Fledermäuse die Technik. "Das erklärt, warum die Tiere auch bei sehr geringen Geschwindigkeiten fliegen können", sagte Hedenström dem Online-Nachrichtenportal des Magazins "Nature".

Hedenströms Team filmte die Blütenfledermäuse im Windkanal, während sie vor einer Nektarquelle schwebten. Um Luftwirbel überhaupt erkennen zu können, füllten die Forscher den Windkanal mit Nebel und beleuchteten die Tiere mit kurz aufeinander folgenden Laserblitzen. Das Licht beleuchtete auch die einzelnen Nebeltröpfchen, so dass sich die Wissenschaftler ein klares Bild vom Geschehen an den Flügeln machen konnten.

Die Videoaufnahmen zeigen, dass die Abwärtsbewegung der Flügel nicht nur nach unten, sondern auch nach vorn erfolgt. Die scharfe Neigung des Flügels erzeuge einen kräftigen Wirbel, so die Forscher. Die Luftwirbel folgen dem Flügel während der Abwärtsbewegung. Wäre das nicht so, würden die Tiere abstürzen. Damit der Wirbel immer nahe am Flügel bleibt, vollführen die Tiere einige sehr feine Bewegungen. "Die Fledermäuse steuern ihre Flügelbewegung auf subtile Weise", sagte Hedenström.

"Das ist ein sehr starker Effekt", kommentierte der holländische Fledermausforscher John Videler. Der "leading edge vortex" sei deutlich vorteilhafter, als auf konventionelle Art mit besonders schnellen Flügelschlägen Auftrieb zu erzeugen. Videlers Schlussfolgerung: "Langsam Fliegen ist am schwierigsten."

hda

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