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25.03.2008
 

Sextraining

Chinesen wollen Liebesleben der Pandas in Schwung bringen

Pandas gelten als ausgesprochen sexfaul und unerfahren bei der Aufzucht von Nachwuchs. Chinesische Forscher haben deswegen ein spezielles Liebestraining entwickelt, um die Nachzucht der vom Aussterben bedrohten Tiere zu sichern.

Sie sind so unglaublich faul. Außer Fressen und Schlafen bekommen Pandabären nur wenig zustande. Weil sie sich von energiearmem Bambus ernähren, ist die Nahrungsaufnahme für die Tiere eine Vollzeitbeschäftigung, für mehr bleibt kaum Zeit. In Liebesdingen sind die schwarz-weißen Sympathieträger deswegen recht unambitioniert: Pandas gelten zum einen als ausgesprochene Sexmuffel, zum anderen als sehr unerfahren bei der Aufzucht von Nachwuchs. Vor allem Tiere, die zum ersten Mal Mutter werden, wissen häufig nichts mit ihrem Kind anzufangen - und lassen es oft verhungern oder erdrücken es vor lauter Ungeschicklichkeit.

Diese Eigenschaften machen die Nachzucht der vom Aussterben bedrohten Pandas ganz besonders schwierig. Immer wieder gibt es Versuche, für mehr Erfolg bei der Reproduktion zu sorgen: So sollten Pandapärchen mit speziellen Sexfilmchen zur körperlichen Liebe animiert werden. Doch der Erfolg der Video-Stimulation gilt als zweifelhaft. In China haben Tierpfleger nun ein neues Sextraining entwickelt, mit dem sie die Liebeskraft der knuffigen Tierchen entfesseln wollen.

Zum Einsatz kommt das Programm in zentralchinesischen Chengdu, einer smoggeplagten Millionenstadt in der Provinz Sichuan. Dort gibt es das weltgrößte Nachzuchtzentrum für Pandas: Auf 106 Hektar tummeln sich hier in einem Park knapp 70 Bären. Auf der Webseite der chinesischen Zeitung "China Daily" sind Fotos zu sehen, die Tiere und Pfleger beim Liebestraining zeigen - musikalisch untermalt von James Browns Klassiker "Sex Machine".

Die Nachzucht von Pandas ist ein drängendes Problem. Gerade einmal 1600 Tiere leben nach chinesischen Schätzungen noch in freier Wildbahn. Dazu kommen rund 250 Bären, die in Zoos rund um den Globus untergebracht sind. Auswilderungsaktionen sind schwierig und scheitern immer wieder.

Deswegen muss noch mehr Nachwuchs her: Unter anderem versuchen die Pfleger in Chengdu mit speziellen Übungen, die Hüft- und Beckenmuskulatur ihrer männlichen Schützlinge zu stärken: Mit einem an einer Angel befestigten Apfel sollen die Pandas zum aufrechten Gang bewegt werden. Das Kalkül dabei: Wer kraftvolle Lenden hat, der will sie auch zum Einsatz bringen. Auch olfaktorische Stimulation soll den liebesmüden Tieren zu Lust an der Lust verhelfen: Die Pfleger bringen männliche Pandas in ehemaligen Höhlen ihrer weiblichen Artgenossen unter, damit der Geruch der Pandadamen ihre männlichen Kollegen in Stimmung bringt.

Dem Bericht zufolge ist das Liebesleben der Pandas in Chengdu tatsächlich aktiver geworden: Mehr als 30 Prozent der Tiere in dem Forschungszentrum hätten mittlerweile Sex. Vor zehn Jahren seien es nur zehn Prozent gewesen.

chs/AFP

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