Von Holger Dambeck
Zu viel CO2 in der Luft? Warum holt man es nicht einfach wieder heraus? Diese Frage haben sich auch Forscher wie Elmar Kriegler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung gestellt, der derzeit an der Carnegie Mellon University forscht. Kriegler will das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Luft abscheiden - mit ähnlichen Verfahren, die bei der CO2-Sequestrierung in Kohlekraftwerken geplant sind.
Technisch sei das machbar, sagt Kriegler im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Die dafür notwendigen Anlagen würden aussehen wie Kühltürme herkömmlicher Kraftwerke und Natriumhydroxid zum Abscheiden des Kohlendioxids nutzen. "Man könnte die CO2-Auffangtürme dorthin bauen, wo man das Kohlendioxid auch unterirdisch speichert. Lange Pipelines, die man bei Kohlekraftwerken braucht, wären überflüssig."
Kriegler hat gemeinsam mit seinem Kollegen Joshuah Stolaroff die Wirtschaftlichkeit und die Auswirkungen verschiedener CO2-Sequestrierungstechniken untersucht. "Nach unseren Berechnungen müssen die Kosten unter 100 Dollar pro Tonne CO2 liegen, damit die Abscheidung aus der Luft eine interessante Option wird", sagt er. Die CO2-Abscheidung direkt im Kraftwerk bleibt jedoch vom Volumen her in den Simulationen die dominierende - wegen der deutlich geringeren Kosten von nur rund 20 bis 30 Dollar pro Tonne CO2.
Der Charme einer CO2-Abscheidung aus normaler Luft liegt auf der Hand: Sie könnte genutzt werden, um die Kohlendioxidkonzentration der Atmosphäre zu senken - das gelingt beim Auffangen in Kraftwerken nicht. "Von der Technik ist es durchaus möglich, das CO2-Niveau von derzeit 380 auf vorindustrielles Niveau von 280 Teilen pro Million zu bringen", sagt Kriegler. "Aber die Kosten wären enorm."
Ein ppm (part per million) CO2 in der Atmosphäre entspricht einer Gesamtmenge von rund acht Milliarden Tonnen Kohlendioxid. "Eine Entnahme von 100 ppm würde das Einfangen und Verpressen von 800 Milliarden Tonnen CO2 erfordern", erklärt Kriegler. Bei den gegenwärtigen Kostenschätzungen von 140 bis 220 Dollar je Tonne käme man auf Gesamtkosten von 100 bis 170 Billionen Dollar. "Selbst wenn Sie das Projekt über 50 Jahre strecken, ist das eine gewaltige Investition, die den daraus zu gewinnenden Nutzen bei weitem übersteigt", meint Kriegler. Auch der notwendige Energie- und Sequestrierungsaufwand sei beträchtlich.
Der Wert der CO2-Abscheidung aus der Luft liegt laut Kriegler weniger in der theoretischen Möglichkeit, die CO2 Konzentration auf den vorindustriellen Wert zu senken, sondern mehr darin, in den Kohlenstoffkreislauf eingreifen zu können, wenn ein Klimaschutzziel mit konventionellen Maßnahmen nicht mehr zu erreichen ist. So gesehen ist die Technik ein echter, aber eben auch besonders teurer Notnagel.
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Fällt mir das Märchen vom "Fischermann und sine Fru" ein. Meistens bemerken die Experten zu spät,daß die Eingriffe oft kontaproduktiv sind. Aber wir leben im Zeitalter der "Spezialisten und Experten" die [...] mehr...
Meinung ist gefragt? Die Menschheit könne eingreifen, um Erderwärmung zu bekämfen? Indem sie die Atmosphäre manipuliert? Dieses Experiment habe einen ungewissen Ausgang? Was man verbindlich sagen kann ist, daß der Mensch [...] mehr...
nein,sie sagten nicht,daß es durchgeführt wird.Jedoch in Erwägung zu ziehen,Schwefel mit Flugzeugen auszubringen ist schon ein starkes Stück. Vor Jahren hieß es noch,schwefelsaurer Regen verursacht das Waldsterben und jetzt [...] mehr...
Das ZDF behauptet aber nicht ohne irgend einen Beleg, daß so etwas jetzt schon tatsächlich durchgeführt wird. Kondensstreifen bestehen aus Wasser, das bei der Verbrennung des Treibstoffs besteht. Sie entstehen auch bei [...] mehr...
Kein Klimatologe hat behauptet, daß die gegenwärtige temporal und lokal begrenzte Dürre ein Indiz für die weltweite Erwärmung ist. mehr...
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