Washington - Es ist alles eine Frage der Toleranz. Polartiere wie der Eisbär seien daran gewöhnt, in einer weiten Schwankungsbreite von Temperaturen zu leben, erklärten die Forscher um Curtis Deutsch von der University of California. In den Tropen hingegen seien die Lebewesen nur an ganz kleine Temperaturschwankungen angepasst, so lautet das Fazit der Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".
Der Tropengürtel ist ein Streifen, der sich beiderseits des Äquators um die Erde zieht. Im Norden und Süden ist er geographisch begrenzt durch die beiden Wendekreise in nördlicher und südlicher Breite von 23,5 Grad. "In tropischen Regionen scheint eine große Anzahl Spezies in ihrer optimalen Umgebungstemperatur zu leben", sagte Co-Autor Joshua Tewksbury. Sollte das Thermometer durch den Klimawandel über diese Optimaltemperatur hinaus steigen, sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit dieser Tiere.
Tropische Arten können nur geringe Temperaturschwankungen ertragen, da sie an ein ganzjährig konstantes Klima gewöhnt sind. Insbesondere Insekten könnten anders als Säugetiere ihre Körpertemperatur nicht durch ein je nach Jahreszeit unterschiedlich dickes Fell schützen.
Nach Modellberechnungen der Wissenschaftler würde schon bei Klimaschwankungen von zwei bis vier Grad eine große Zahl der tropischen Insekten und Kaltblüter wie Frösche, Echsen und Schildkröten aussterben. Zwar könnten sich auch einige Arten in weiter nördlicher oder weiter südlicher gelegene Klimazonen ausbreiten, doch längst nicht alle Arten seien derart anpassungsfähig.
chs/AFP/AP
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