Kobe - Die sieben größten Industriestaaten und Russland (G8) wollen den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 halbieren. Dieses langfristige Ziel solle beim G-8-Gipfel der Staats- und Regierungschefs vereinbart werden, sagte der japanische Umweltminister Ichiro Kamoshita nach Abschluss dreitägiger Beratungen der G-8-Umweltminister im japanischen Kobe. Das sei der "starke politische Wille". Der G-8-Gipfel wird vom 7. bis 9. Juli in Toyako in der nordjapanischen Provinz Hokkaido stattfinden.
Umweltminister der G-8-Staaten: Treibhausgasreduktionen um 50 Prozent bis 2050. 3. von links: Matthias Machnig, Leiter der deutschen Delegation
Dies sei ein "kleiner Schritt in die richtige Richtung", sagte Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, in Kobe. Offenbar hatten die USA bis zum Schluss versucht, die Abschlusserklärung stark abzuschwächen. Die USA fordern eine Beteiligung von Ländern wie China und Indien. Auch Japan hat sich noch auf kein Reduktionsziel bis 2020 festgelegt.
Die EU hingegen hat sich dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu verringern. Zudem hat sie angeboten, die Reduktionsrate auf 30 Prozent anzuheben, sollten sich andere Nationen daran beteiligen.
Machnig begrüßte, dass Japan als Gastgeber des G-8-Treffens erstmals seine Position klargemacht habe und sich zum langfristigen Ziel wie auch zur Notwendigkeit eines mittelfristigen Ziels bekannt habe. "Die japanische Position hat sich weiterentwickelt. Das ist ein kleiner Schritt nach vorne", sagte Machnig. Es gebe aber "noch viel zu tun", um wie geplant bis Dezember 2009 in Kopenhagen ein internationales Folgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Klimaschutzprotokoll vereinbaren zu können. "Wir können es uns nicht leisten, Zeit zu verlieren", sagte der deutsche Delegationsleiter zum Abschluss des Umweltministertreffens. "Deswegen brauchen wir auch einen neuen Impuls für die internationalen Verhandlungen", der vom G-8-Gipfel ausgehen müsse.
Differenzen zwischen Deutschland und USA
Um das langfristige Ziel zu erreichen, sei es vor allem wichtig, dass die Industrieländer den "Großteil" der Reduktionen übernähmen, sagte Kamoshita. Sie sollten aufgrund ihrer "gemeinsamen, jedoch differenzierten Verantwortung" die Initiative ergreifen, nationale Emissionsziele setzen und "aktive Maßnahmen" umsetzen. Wichtig sei ferner, dass die Entwicklungsländer den Emissionszuwachs eindämmen. Zudem bestehe die Notwendigkeit zu einer verstärkten finanziellen Unterstützung der Entwicklungsländer und eines Technologietransfers.
Kamoshita und Scott Fulton von der US-Delegation sagten, dass sie Bekenntnisse zu mittelfristigen Zielen für verfrüht hielten. Diese sollten erst bei der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 beschlossen werden.
Auf der Pressekonferenz nach der Abschlusssitzung wurden Differenzen zwischen der deutschen und der US-amerikanischen Delegation deutlich. Machnig betonte Deutschlands Zugeständnis, seine Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu reduzieren und blickte dabei mehrfach in Fultons Richtung.
Fulton verteidigte die US-Position. Die USA hätten Milliarden Dollar in Umweltforschung und Schritte zur Verhinderung der globalen Erwärmung gesteckt: "Wir haben nicht tatenlos herumgesessen."
lub/AP/dpa
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