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27.05.2008
 

Insektenschutz

Forscher finden Super-Mückenabwehr

Mücken sind ausgesprochen lästig - und in vielen Ländern der Welt auch kreuzgefährlich. US-Forscher haben nun neue, hochwirksame Stoffe zur Abwehr der potentiellen Krankheitsüberträger entdeckt. Sie sollen dreimal länger wirken als handelsübliche Produkte.

Washington - Die Vorarbeiten fanden im Computer statt. Ein Team um Alan Katritzky von der University of Florida in Gainesville fütterte die Maschine mit Daten des US-Landwirtschaftsministeriums aus den vergangenen 50 Jahren. Es ging um die Wirksamkeit chemischer Substanzen, die mit dem scharfen Wirkstoff aus dem Pfeffer verwandt sind, den N-Acylpiperidinen.

Gelbfiebermücke: Neue Substanzen wirkten drei Mal so lang wie herkömmliche
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CDC / James Gathany

Gelbfiebermücke: Neue Substanzen wirkten drei Mal so lang wie herkömmliche

Katritzky und seine Mitarbeiter ließen in künstlichen neuronalen Netzen verschiedene Substanzen auf ihre mögliche Wirksamkeit als Insektenabwehrmittel prüfen. Aufgrund der Ergebnisse identifizierten sie dann chemische Strukturen, bei denen sie gute Ergebnisse erwarteten.

Genau 34 interessante Substanzen stellten die Forscher im Labor her - und testeten diese anschließend an Testpersonen. Die trugen einen kleinen Stock an ihrer Kleidung, der mit den Wirkstoffen behandelt worden war.

Anschließend wurden Freiwilligen den Gelbfiebermücken der Art Aedes aegypti ausgesetzt. Die Wissenschaftler ermittelten, nach wie vielen Tagen die Wirkung der Abwehrmittel nachließ und einige Mücken zustachen. Katritzky und seine Kollegen fanden insgesamt 27 chemische Verbindungen, die genauso gut oder besser wirkten als die häufig verwendete Insekten-Abwehrsubstanz Diethyltoluamid (DEET), die das Riechsystem der Mücken blockiert. Einige der neuen Stoffe hielten die Mücken sogar mehr als dreimal so lange fern. Über die Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Bd. 105, S. 7359).

Die Suche nach neuen Abwehrmitteln gegen Insekten sei notwendig, schreiben Katritzky und seine Kollegen, da die Wirkung der bislang verfügbaren Stoffe zeitlich begrenzt sei. Zudem könnten sie Hautreizungen auslösen und gingen schnell durch Abreibung oder Verdunstung verloren.

Viele Krankheiten werden über den Speichel von Mücken übertragen, zum Beispiel Malaria, Gelb- und Denguefieber. Zum Schutz vor Stichen werden seit mehr als 50 Jahren Insektenabwehrmittel eingesetzt. Die von den Forschern verwendete Vergleichssubstanz DEET war 40 Jahre lang Basis des Insektenabwehrmittels "Autan", das aber seit zehn Jahren mit einem anderen Wirkstoff ("Icaridin") hergestellt wird. Andere Produkte wie "Nobite" oder "Off" setzen noch heute auf die Substanz, die allerdings Allergien hervorrufen kann und in der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden soll.

chs/ddp/dpa

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