Berlin - Es ging um nichts Geringeres als die Rettung der Welt, vergangene Wochen in Kopenhagen. Ein paar der hellsten Köpfe des Planeten waren zusammengekommen, um über folgende Frage zu debattieren: "Wie würden Sie in vier Jahren 75 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe ausgeben?" Gastgeber der illustren Runde war Bjørn Lomborg, Professor an der Copenhagen Business School. Zur Eröffnung im altehrwürdigen Kopenhagener Herrenhaus "Moltkes Palæ" war der dänische Premier Anders Fogh Rasmussen gekommen.
Der strohblonde Lomborg ist kein Unbekannter - und er polarisiert. Mit Büchern wie "Apocalypse No!" oder "Cool It!" hat sich der Däne einige Freunde, vor allem aber viele Feinde gemacht. Lomborgs Hauptthese lautet wie folgt: Ja, der menschgemachte Klimawandel existiert - aber er ist für das Wohlergehen der Menschheit nicht besonders wichtig. Die Klimadebatte werde hysterisch geführt, vor allem vor dem Hintergrund, dass es rund um den Planeten weit wichtigere Probleme gebe: Hunger, Aids, Korruption, ein ungerechtes Welthandelssystem und so weiter.
Seine Thesen haben Lomborg - wohl zu Unrecht - das Etikett eines Klima-Skeptikers eingetragen. Das ist er nicht, wohl aber jemand, der andere Prioritäten setzen möchte. Um dafür politische Argumentationshilfe zu bekommen, holt sich der "skeptische Umweltschützer", wie er sich selbst nennt, Hilfe von außen. Schon einmal, vor vier Jahren, hatte er Experten zu Beratungen nach Kopenhagen geladen, um die dringendsten Probleme der Welt zu besprechen - und im sogenannten "Copenhagen Consensus" für zehn Problembereiche Lösungsvorschläge zu machen - bezahlt von der dänischen Regierung und dem Wirtschaftsmagazin "Economist".
Damals waren noch hypothetische 50 Milliarden Dollar über einen Vierjahreszeitraum zu verteilen, auch einige der betrachteten Problemstellungen waren im Detail anders. Doch im Grundsatz war die Konstellation ähnlich wie in der vergangenen Woche, als es eine Neuauflage dieses Treffens gab. Die Teilnehmer, allesamt Ökonomen, waren:
Dazu kamen weitere mehrere Dutzend Experten aus verschiedenen Fachbereichen, die jeweils Lösungsideen für insgesamt zehn Problembereiche präsentierten - entwickelt in den vergangenen zwei Jahren. Welche der insgesamt 30 vorgestellten Ideen zu favorisieren sei, das musste am Ende das Achtergrüppchen aus Wirtschaftsprofessoren entscheiden. Über folgende Bereiche galt es zu beraten:
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Das kann man nur nochmal unterstreichen: wir brauchen einen Wandel in der Einstellung und unserem (insb. westlichen) Lebensstil. Ein solcher Paradigmenwechsel zeichnet sich gerade dadurch aus, dass man nicht Bekanntes intensiver [...] mehr...
Ich stimme Ihren Ausführungen zu! Die Eingangsfrage des Threads "...die Welt retten" läßt auch eher an Bruce Willis denken, als an eine ernsthafte Diskussion. Vielleicht war dies ja sogar das Anliegen von @sysop, der [...] mehr...
Ein generelles Wort zu diesem "Copenhagen Consensus": Auch wenn der Spiegel titelt "Das Ergebnis überrascht - vor allem, weil der Klimawandel quasi keine Rolle spielt." - es überrascht irgendwie gar nicht. [...] mehr...
... rüsten wir ab. Zum Verständnis meiner Ansicht: Ich bin skeptisch bei Lösungsansätzen, die suggerieren, dass wir diese Probleme in den Griff bekommen, ohne das System zu ändern. Forschungsergebnisse wie in Kopenhagen [...] mehr...
Haben sie vielleicht mal daran gedacht, dass 99% der Wirtschaftswissenschaftler sich nicht mit Prognosen beschäftigen ? Oder daran, dass Wirtschaftswissenschaftler ihre Zeit lieber damit verwenden, Paper zu schreiben als [...] mehr...
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