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11.08.2008
 

Krüger-Nationalpark

Experten rätseln über Krokodil-Massentod

Das mysteriöse Krokodil-Massensterben in Südafrikas berühmtem Krüger-Nationalpark droht sich auszuweiten. Bisher wurden bereits 130 Kadaver der Raubtiere entdeckt. Wissenschaftler befürchten jetzt die Ausbreitung einer Seuche unter den Panzerechsen.

Johannesburg - Im Mai hat das Krokodilsterben im Krüger-Nationalpark begonnen, und noch immer stehen die Biologen vor einem Rätsel. "Bisher wurden bereits 130 Kadaver entdeckt, und jede Woche scheinen es mehr zu werden, wenn wir über die Gegend fliegen", sagte Parksprecher Raymond Travers der Zeitung "Sunday Independent". Die Kadaver wurden in den Flüssen Olifant und Letaba entdeckt, die innerhalb des Parks am dichtesten von Nil-Krokodilen besiedelt sind.

Krokodil: Mysteriöses Massensterben im Krüger-Nationalpark
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Getty Images

Krokodil: Mysteriöses Massensterben im Krüger-Nationalpark

In der vergangenen Woche haben Wissenschaftler und Veterinäre unter Leitung des Krokodilexperten Fritz Huchzermeyer vom Internationalen Tierschutzbund WCU mehrere Kadaver untersucht. Außerdem haben die Experten elf lebende Krokodile gefangen, untersucht und mit einer Markierung versehen wieder freigelassen.

Dabei stellte sich heraus, dass sieben der elf Krokodile an einer sogenannten Pansteatitis litten: Das Fettgewebe entzündet sich und verhärtet zu einer gummiartigen Masse; das Tier stirbt einen qualvollen Tod. Die Krankheit war zuvor bereits bei toten Krokodilen diagnostiziert worden. "Wir verfolgen jetzt eine Theorie, nach der Krokodile die Kadaver ihrer Artgenossen fressen und sich so anstecken", sagte Danie Pienaar, der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des Parks. "Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, werden wir alle Kadaver aus dem Wasser holen und verbrennen."

Wie es aber überhaupt zu Pansteatitisfällen kommen konnte, ist weiterhin unklar. Parksprecher Travers dementierte frühere Berichte, das Sterben der Krokodile könnte etwas mit dem Bergbau in der Nähe des Parks oder dem Pestizideinsatz durch Bauern in der Gegend zu tun haben. "Wir haben alles getestet und uns alles angeschaut, was möglicherweise einen Einfluss gehabt haben könnte, aber alle Tests waren ergebnislos." Die Analysen hätten zwar hohe Pestizidkonzentrationen im Olifant ergeben, doch seien diese nicht hoch genug, um Krokodile zu töten.

Ein Ende des Panzerechsensterbens ist derzeit nicht abzusehen. Pienaar befürchtet vielmehr eine Verschlimmerung der Lage: Sollte es sich nicht um einen Zufall handeln, dass sieben der elf gefangenen Krokodile erkrankt waren, sei angesichts dieser hohen Infektionsquote mit einer großen Zahl von todgeweihten Tieren zu rechnen.

mbe/dpa

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