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02.09.2008
 

Vorhersage bis 2100

Regierungsprognose enthüllt Folgen des Klimawandels für Deutschland

Von Axel Bojanowski

Mehr Hitzewellen, kein Schnee im Winter: Nach jahrelanger Rechenarbeit ist eine Klimaprognose der Bundesregierung fertig. In nie erreichter Genauigkeit sagt sie voraus, wie sich das Klima bis 2100 verändert - Region für Region. SPIEGEL ONLINE zeigt exklusiv, worauf sich Deutschland einstellen muss.

Für Remo ist Deutschland nicht mehr als eine Ansammlung von Würfeln, jeder von ihnen zehn mal zehn Kilometer in der Fläche und 100 Meter hoch. Doch die Würfel haben es in sich: Prall gefüllt mit Daten, sollen sie die hiesigen Klimaveränderungen bis zum Jahr 2100 prognostizieren. Damit ist Remo, das Klimamodell des Hamburger Max-Planck-Instituts (MPI) für Meteorologie, räumlich mehr als 20-mal genauer als die globalen Modelle des Uno-Klimarats IPCC.

In keinem anderem Land der Welt liegt bis dato eine präzisere Kalkulation der Klimafolgen vor. Sie soll die Grundlage für politische Planungen bilden. Auch Katastrophenschützer, Landwirte, Winzer, Kraftwerksbetreiber und die Tourismusbranche sollen sich rechtzeitig auf die neue Umwelt einstellen können.

Für die vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Berechnungen gingen die MPI-Forscher davon aus, dass die weltweiten Emissionen von Treibhausgasen aus Autos, Kraftwerken und Fabriken nur allmählich sinken. An den Knoten des Gitters aus virtuellen Würfeln hat der Großrechner des Instituts diverse Wettergrößen - etwa Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windstärke - ermittelt.

Für alle 30 Sekunden in den kommenden 92 Jahren spuckte er Werte aus - Hunderte Billiarden Rechenaufgaben mussten bewältigt werden. Die Vorgänge in der Luft, in den Meeren und auf der Erde wurden in mathematische Formeln gefasst. Zudem gingen rund zwei Dutzend Einflussgrößen am Erdboden in die Rechnungen ein, von der Vegetation über die Zusammensetzung der obersten Bodenschicht bis hin zum Wasserfilm auf Blättern.

Das Ergebnis: Die Klimaerwärmung wird Deutschland verändern - allerdings weniger dramatisch als vielfach befürchtet. Folgende Gefahren haben die Forscher für Deutschland berechnet:

  • sinkende Grundwasserspiegel im Sommer, insbesondere in Südwestdeutschland,
  • eine erhöhte Waldbrandgefahr, besonders in Südwestdeutschland und Nordostdeutschland,
  • eine Zunahme hitzebedingter Krankheiten vor allem in Süddeutschland,
  • eine Gefährdung der Kühlung von Atomkraftwerken im Sommer, auch dies insbesondere in Süddeutschland
  • eine größere Hochwassergefahr im regenreichen Herbst, vor allem an der Elbe.

Allerdings bringt der Klimawandel in Deutschland auch Chancen mit sich, wie die Hamburger Forscher betonen, etwa

  • höhere Ernten in der Landwirtschaft vor allem in Norddeutschland,
  • eine ertragreichere Weinlese in Süddeutschland,
  • weniger kältebedingte Krankheiten
  • einen Boom des Tourismus in Deutschland, insbesondere an der Küste.

Den Berechnungen zufolge werden also auch künftig keine Palmen an der Ostsee stehen, die Nordsee wird nicht den Kölner Dom fluten, und die Alpen behalten ihr weißes Kleid - wenn es auch etwas kürzer werden wird. "Wir bekommen kein Mittelmeerklima", sagt Holger Göttel vom Hamburger MPI. Deutschland werde weiterhin in der Westwindzone liegen, wie eh und je werden regenreiche Tiefdruckgebiete übers Land ziehen. Ende des Jahrhunderts fällt den Berechnungen zufolge im Jahresmittel etwa ebenso viel Niederschlag wie derzeit; weder Trockenepisoden noch Starkregenfälle werden häufiger.

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insgesamt 1609 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.03.2010 von Kindergeburtstag: Vielleicht gehts hier weiter . .

Hallo, so, nachdem auf einmal eine Reihe Klimathreads geschlossen wurden, koennen wir vielleicht hier weiterdiskutieren, es ging ja zuletzt um die Prognosen vom PIK. Alex300 zeigte eine Moeglichkeit wie man aus Daten einen [...] mehr...

29.03.2010 von Calex:

Schöner Vergleich. Nur dass Galileo ähnlich wie die Klimarealisten den Kampf gegen die unfehlbare Kirche (IPCC) geführt hat und nicht umgekehrt. mehr...

29.03.2010 von Calex: Propagandamaschine Klimawandel

Falsch. Der IPCC sammelt und publiziert nur die Berichte die in die Doktrin des AGW passen. Falsch! Der IPCC hat von vornherein schon die Aufgabe gehabt den menschengemachten Klimawandel zu beweisen. Das wäre genauso als [...] mehr...

28.03.2010 von rkinfo:

Vielleicht ... Nur, die steigenden Energiekosten der nächsten Jahre werden dann eh automatisch die Roadmap zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern bewirken. Zudem finden die Grundsatzentscheidungen immer dann statt wenn [...] mehr...

28.03.2010 von hartus: Nix ändert sich!

Das Klima ändert sich. Oder auch nicht. So what? Es ändert sich grumdsätzlich überhaupt nichts: Den Guten und Pfiffigen (Hallo Holland!) geht es auch künftig gut. Den Schlechten und kulturell/religiös Verbohrten (guten Abend [...] mehr...

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