Montag, 23. November 2009

Wissenschaft



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16.09.2008
 

Entstehung des Lebens

Planloses Universum, besamte Erde

2. Teil: J. Craig Venter: Das Leben kam aus dem Weltraum


Ich glaube, dass es überall im Universum Leben gibt und dass es auf unserem Planeten Erde höchstwahrscheinlich aus einem panspermischen Ereignis erwuchs. Die Idee der Panspermie hat Svante Arrhenius eingeführt, der sich eine "Besamung" der Erde durch Mikroorganismen aus dem Weltall vorstellte, was der verstorbene Francis Crick aufgriff und vermutete, dass die ursprünglichen Mikroorganismen mit einem Raumschiff von einer außerirdischen Zivilisation hier ankamen (was Crick als "gesteuerte Panspermie" bezeichnete).

DER AUTOR
Der visionäre Genomforscher J. Craig Venter ist Gründungsdirektor des J. Craig Venter Institute und der J. Craig Venter Science Foundation. Ersteres befasst sich nicht nur mit Grundlagenforschung in den Bereichen Medizin, Umwelt und Genomsynthese, sondern analysiert auch die ethischen und politischen Konsequenzen der Genomforschung.

DNA, RNA und kohlenstoffgestütztes Leben sollten sich überall finden, wo Wasser vorkommt und man mit den richtigen Instrumenten sucht. Ob sich der Nachweis von Leben führen lässt, hängt von der verbesserten Durchforstung ferner Systeme ab und diese wiederum davon, dass wir selbst als Spezies lange genug überleben. Wie sich kürzlich bei der breit gestreuten DNA-Sequenzierung großer Mengen von Mikroorganismen aus der Sargassosee zeigte, findet man auch unter den Mikroben der Erde eine enorme Vielfalt an Leben, wenn man sie nur mit den modernsten Mitteln untersucht.

Sequenziert man den genetischen Code von Organismen, die extreme Temperaturen vom Gefrier- bis jenseits des Siedepunkts oder stark saure respektive basische Milieus (unter deren ätzender Wirkung sich die menschliche Haut schnell auflösen würde) überleben können, dann beginnt man die Bandbreite des Lebens zu ahnen.

Mögliche Indizien für eine Panspermie sind Organismen wie das Bakterium Deinococcus radiodurans, das Millionen Rad ionisierender Strahlung und jahre-, vielleicht jahrtausendelang komplette Austrocknung überleben kann. Gibt man diese Mikroben wieder in ein wässriges Milieu, so können sie binnen weniger Stunden alle möglicherweise erlittenen DNA-Schäden reparieren.

Unsere anthropozentrische Sicht des Lebens ist eindeutig unbegründet. Offenbar erscheint bei den Millionen von Genen, die man laufend in allen Organismen entdeckt, nur eine begrenzte Zahl immer wieder und könnte sich aus einigen wenigen Mikroben entwickelt haben, die auf einem Meteor oder mit intergalaktischem Staub hier eingetroffen sind.

Das Leben hat sich durch Panspermie im Universum ausgebreitet, und wir tragen hier auf der Erde dazu bei, indem wir Milliarden von Mikroben ins Weltall schießen.

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