Genf - Nun ist es gestartet worden - das größte Experiment aller Zeiten. Die Physiker applaudierten spontan, als der Strahl erfolgreich eingeleitet wurde. Die 27 Kilometer lange Maschine der Superlative soll Schritt für Schritt in Betrieb genommen werden. Noch im Laufe des Vormittags wollten die Physiker den ersten Atomkernstrahl durch den kompletten Beschleunigerring leiten.
In der Nacht hatte es offenbar "kleinere elektrische Probleme" gegeben, wie das Cern mitteilte. Projektleiter Lyn Evans wollte jedoch keine Details nennen. Dennoch sollte es bei dem geplanten Start um 9.30 Uhr bleiben.
Mehr als 50 Meter unter der Erde wollen die Wissenschaftler Elementarteilchen fast mit Lichtgeschwindigkeit aufeinander schießen und dabei eine Glut entstehen lassen, wie sie unmittelbar nach dem Urknall herrschte, also bei der Geburt des Universums. Zunächst werden die Protonenstrahlen aber in einer Richtung durch den auf minus 271 Grad heruntergekühlten Beschleuniger geschickt.
Die Forscher machen sich mit dem vier Milliarden Euro teuren LHC auf die Suche nach dem Higgs-Teilchen, ohne dass die Elementarteilchen der bislang gültigen Theorie zufolge keine Masse hätten. Entdecken die Physiker am europäischen Teilchenphysikzentrums Cern dieses "Gottesteilchen", kann sich dessen Namensgeber, der britische Physiker Peter Higgs, Hoffnungen auf den Nobelpreis machen.
lub/AP
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