Berlin - Es war eine kalte Periode, die Anfang des 15. Jahrhunderts die Welt heimsuchte - und bis ins 19. Jahrhundert dauerte. Die sogenannte Kleine Eiszeit brachte überdurchschnittlich kalte Winter und regenreiche, kühle Sommer. Peter Cox von der Universität im britischen Exeter und Chris Jones vom britischen Wetterdienst wollen Daten aus dieser Periode nun nutzen, um Klimaveränderungen in den kommenden Jahren vorherzusagen.
IPCC-Erderwärmungsszenarien: Höhere Temperaturen beeinträchtigen offenbar die Aufnahmefähigkeit von CO2-Senken
Im Fachmagazin "Science" (Bd. 321, S.1642) untersuchen Cox und Jones nun, wie sich die CO2-Konzentration in den Jahren von 1500 bis 1750 auf die Funktionsfähigkeit der CO2-Senken ausgewirkt haben dürfte. Sie nehmen dabei vereinfachend an, dass der Mensch zu diesem Zeitpunkt kein CO2 ausgestoßen hat.
Bei der Auswertung von Datenreihen zu Temperaturen und CO2-Konzentration konnten die Forscher erkennen, dass die Kurve der CO2-Konzentration derjenigen der Temperatur im Prinzip folgt - jedoch mit einem Abstand von etwa 50 Jahren.
Das heißt, dass die Aussagen der existierenden Modelle im Grundsatz richtig sind: Höhere Temperaturen beeinträchtigen offenbar die Aufnahmefähigkeit von CO2-Senken. Je wärmer es wird, desto weniger CO2 können sie aufnehmen. Doch ist dieser Effekt stärker als bisher angenommen: "Die Daten aus der Kleinen Eiszeit implizieren, dass das atmosphärische CO2 im Zuge der Erderwärmung stärker zunehmen wird, als es die meisten Modelle nahelegen", schreiben die Forscher in ihrem Artikel.
Das bedeute im Umkehrschluss, dass die Bemühungen der Reduktion der Treibhausgase verstärkt werden müssten, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
chs
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