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28.10.2008
 

Erderwärmung

Arktis-Eis wird immer dünner

Die Arktis ist ein Lieferant schlechter Nachrichten: Die Eiskappe des Nordpols wird nicht nur von der Fläche her immer kleiner - auch die Dicke des Eispanzers wird dünner, haben Polarforscher anhand von Satellitendaten herausgefunden.

London - Die Eisdecke in der Arktis wird einer neuen Studie zufolge immer dünner. Im vergangenen Winter schrumpfte die Eisdicke in großen Teilen der Arktis im Vergleich zu den vorangegangenen fünf Jahren um fast einen halben Meter. Das entspricht etwa 20 Prozent der Gesamtdicke, wie britische Wissenschaftler in den " Geophysical Research Letters" (online vorab veröffentlicht) berichten. Dies folge den "dramatischen" Entwicklungen im Sommer 2007, als die Ausdehnung des arktischen Eises auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen sank.

Bis zum vergangenen Winter habe sich die Dicke des Eises im arktischen Meer nur langsam reduziert, heißt es in dem Bericht der Forscher um Katherine Giles vom Zentrum für Polarforschung am University College in London. Seitdem die Ausdehnung aber im Sommer 2007 so weit zurückgegangen sei, nehme auch die Eisdicke rapide ab. Die Beobachtung stützt die Hypothese, dass der Rückgang der Eisbedeckung auch etwas mit der abnehmenden Dicke zu tun hat.

Die Forscher benutzten Radarsignale von Satelliten, um die Eisdicke zu messen. Im Winter ist die Decke durchschnittlich ungefähr zweieinhalb Meter dick. Aus der Studie geht hervor, dass die Eisdicke im Durchschnitt um 26 Zentimeter (zehn Prozent) zurückging - jedoch in der westlichen Arktis um fast 50 Zentimeter. In dieser Region wurde die Nordwest- Passage im Sommer 2007 eisfrei und erstmals seit 30 Jahren für die Schifffahrt geöffnet.

Im Sommer 2008 war das Arktiseis auf dem zweitniedrigsten je gemessenen Stand. Im Herbst dieses Jahres erreichten die Temperaturen um den Nordpol Rekordwerte. Die besorgniserregenden Veränderungen wecken bei Anrainerstaaten die Hoffnung, schon bald die rund um den Nordpol vermuteten reichen Öl- und Gasvorräte fördern zu können. Um die Seeterritorien der Arktis wird deshalb bereits heftig gestritten - jeder beansprucht einen möglichst großen Teil für sich.

Nach eigenen Angaben sind die Wissenschaftler die ersten, die die Eisdicke in den Wintermonaten zwischen Oktober und März in der Hälfte der Arktis gemessen haben. Es sei das erste Mal, dass mit Sicherheit gesagt werden könne, dass das Eis in den meisten Gegenden der Arktis dünner werde.

lub/dpa

Korrektur: In einer ersten Version des Artikels war versehentlich auf die falsche wissenschaftliche Fach-Veröffentlichung verlinkt worden. Das Paper befindet sich noch im Druck und ist nur mit einem Login abrufbar.

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