Ihre bevorzugte Nahrung besteht normalerweise aus kleineren Insekten, etwa Heuschrecken. Seidenspinnen, die in Terrarien gehalten werden, fressen auch gern Mehlwürmer, Schaben oder Fliegenmaden. Doch was sich ein Exemplar der Art Nephila edulis in Australien zum Fressen vorgenommen hat, ist ambitioniert: einen Vogel.
Ein Fotograf hat die außergewöhnliche Situation in einem Garten nahe der Stadt Cairns entdeckt und abgelichtet. Der Braunbrust-Schilffink hängt regungslos im Netz, die Spinne sitzt auf dem Tier, dessen Körper deutlich größer ist. Doch offensichtlich scheint sich die Spinne daran nicht zu stören.
"Sie bauen sehr starke Netze", sagte Greg Czechura vom Queensland Museum einer Lokalzeitung. Die Spinne habe den Vogel sicher erst dann angegriffen, als dieser von seinen vergeblichen Befreiungsversuchen aus dem Netz ermüdet sei. Durch das heftige Zappeln habe sich der Fink wahrscheinlich umso stärker darin verfangen.
Joel Shakespeare, Spinnenexperte vom Australian Reptile Park, bezweifelt, dass das der Gliederfüßer den Vogel komplett verspeisen wird. "Normalerweise fressen sie große Insekten", erklärte er. Ein Vogel sei eine sehr ungewöhnliche Beute.
Nephila-Arten leben in tropischen und subtropischen Regionen in feuchten Wäldern, aber auch in Savannen. Der Körper der Weibchen kann bis zu sechs Zentimeter groß werden. Männchen kommen hingegen nur auf etwa einen Zentimeter Länge. Wegen ihrer langen Beine wirken Seidenspinnen jedoch sehr groß.
hda
Korrektur: In diesem Text hieß es, Spinnen gehörten zur Gruppe der Insekten. Dies ist falsch. Insekten und Spinnentiere zählen zu den Gliederfüßern (Arthropoda). Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
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