Das Erdöl wird knapper, der Klimawandel hat bereits begonnen, nächstes Jahr wird die Welt um ein neues Abkommen zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes ringen. Schon steht der nächste Klimakiller in den Startlöchern: Methanhydrat - auf dem Meeresboden in Eis eingeschlossenes brennbares Methangas. Wird es freigesetzt, richtet das Methan - mehr als 20-mal so klimaschädlich wie CO2 - sein Unheil direkt in der Atmosphäre an. Wird es verbrannt, entsteht CO2.
Als möglicher Nachfolger des Öls ist Methanhydrat schon jetzt eine begehrte Ressource. Die Weltvorräte des gefrorenen Gases sind enorm: In Form von Methanhydrat, so die Schätzung der Geologen, ist vermutlich deutlich mehr Kohlenwasserstoff gebunden als in allen noch vorhandenen Vorkommen von Kohle, Gas und Erdöl zusammen. Das weckt Begehrlichkeiten: China, Indien, Japan - sie alle untersuchen bereits, wo man das "Öl 2.0" abbauen könnte, um den steten Energiehunger zu befriedigen.
Nord-Alaska: 2,41 Billionen Kubikmeter Methangas werden hier vermutet
Nach offiziellen Angaben verbrauchten die USA jährlich bereits 0,650 Billionen Kubikmeter Erdgas - rund ein Fünftel des weltweiten Gesamtverbrauchs von 2,93 Billionen Kubikmeter Erdgas jährlich. Allerdings dämpfen die Wissenschaftler die Erwartungen: Weitere Untersuchungen seien nötig, um abschätzen zu können, ob der Methanhydrat-Abbau auch tatsächlich ökonomisch wäre.
Die Methanhydrat-Vorkommen der Erde sind für Klimaforscher ein schwer einschätzbarer Risikofaktor. Sie befürchten, dass im Zuge der globalen Erwärmung zunehmend Methan aus Methanhydraten freigesetzt werden wird - und die Erwärmung noch weiter forciert. Erste Anzeichen für solch eine Entwicklung hatten Wissenschaftler kürzlich vor Sibirien beobachtet. Zudem besteht die Gefahr, dass beim Methanhydrat-Abbau Methan freigesetzt wird.
Dirk Kempthorne vom US-Innenministerium vertrat hingegen die Meinung, die Einschätzung der Wissenschaftler zeige das "Potential von Erdgashydraten" als saubere Energieressource. Der Abbau sei nicht riskanter als der in konventionellen Gasfeldern. Die Gashydrate seien meist "tief in der Erde, isoliert und abgekapselt von den Veränderungen an der Oberfläche."
lub/AP
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