Tokio/Nürnberg - Die beiden Eisbären sollten pelzige Babys in die Welt setzen und dem Zoo im japanischen Kushiro Besucherrekorde verschaffen. Doch die Paarungszeit im Frühling kam und ging, ohne dass sich etwas tat. Eisbär Tsuyoshi habe keinerlei typisches Balzverhalten an den Tag gelegt, sagte ein Mitarbeiter des Zoos am Mittwoch. "Wir dachten erst, er ist noch zu jung." Eine DNA-Probe aber ergab jetzt, dass der Bär in Wirklichkeit eine Bärin ist.
Der Zoo hatte im Januar 2005 einen Orang-Utan gegen Tsuyoshi getauscht - in der Hoffnung auf eine Paarung mit dem Eisbärenweibchen Kurumi. Im Dezember hatte Tsuyoshi das Fortpflanzungsalter von vier Jahren erreicht. Doch der Eisbär habe sich überhaupt nicht - wie sonst während der Paarungszeit üblich - auf die Spur des Weibchens gesetzt, berichtete der Zoomitarbeiter. Die Zweifel wuchsen, als der Bär genauso wie die Bärendame Kurumi urinierte. "Wir fanden das sehr seltsam."
Der Zoo erwägt nun, die Bärin wieder abzugeben. Das aber könnte zur Enttäuschung der Besucher führen: Tsuyoshi sei bei den Besuchern äußerst beliebt, Geschlecht hin oder her.
Eisbärennachwuchs in Nürnberg
Mehr Paarungsglück hatte der Nürnberger Tiergarten. Dort gab es nur knapp ein Jahr nach der Geburt von Flocke neuen Eisbärennachwuchs. Flockes Mutter Vera brachte bereits am Freitag zwei Junge zur Welt, wie Tiergartendirektor Dag Encke am Mittwoch bekanntgab. Sowohl die Mutter als auch die beiden Jungtiere seien wohlauf. Mit einer Kamera in den Wurfboxen hatten die Tierbetreuer den Nachwuchs entdeckt.
Die sechs Jahre alte Eisbärin Vera hatte sich im März mit Flockes Vater Felix gepaart und vor etwa zwei Monaten damit angefangen, sich in ihrem Stall aus Stroh eine Höhle zu bauen. Das wurde von den Tierpflegern als Vorbereitung auf eine Geburt gewertet, weshalb vorsorglich die Kameras installiert wurden.
Der Nachwuchs sei auch auf Tonaufnahmen zu hören, sagte Encke. Das Geschlecht der Jungtiere sei aber erst in drei bis vier Wochen feststellbar. Eisbärenmädchen Flocke war knapp einen Monat nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt und von Hand aufgezogen worden.
mbe/AFP/AP/dpa
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