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30.11.2008
 

Strandung

150 Pilotwale an der Küste Tasmaniens verendet

Eine Gruppe von 150 Walen hat sich in eine felsige Bucht Tasmaniens verirrt - und ist zwischen den Klippen von der Brandung förmlich erschlagen worden. Helfern gelang es noch, 30 Tiere in tieferes Wasser zu steuern. Für die anderen kam jede Hilfe zu spät.

Hobart - Ein Helikopter hatte die Ranger des tasmanischen Nationalpark-Services alarmiert. Am Sandy Cape der Insel südlich von Australien waren ein Dutzend Wale gestrandet - und sie waren noch am Leben. Doch das Gelände ist nur schwer von Land aus zu erreichen, und bis die Helfer das felsige Kap mit ihren Jeeps erreicht hatten, waren weitere Wale auf die Küste geschwommen.

Gestrandete Wale in Tasmanien: Mit Decken und Handtüchern versuchen Helfer, diese Tiere vor dem Austrocknen und Überhitzen zu schützen
AFP

Gestrandete Wale in Tasmanien: Mit Decken und Handtüchern versuchen Helfer, diese Tiere vor dem Austrocknen und Überhitzen zu schützen

Am Ende waren es insgesamt 150 Tiere, die sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnten.

Es gelang den Rangern, etwa 30 Wale mit einem Boot aus der Bucht abzudrängen, bevor sie in Gefahr gerieten, doch für die Mehrzahl der Tiere kam jede Hilfe zu spät, da die Küste an dieser Stelle von Felsen und scharfen Klippen gespickt ist.

Wären die Meeressäuger auf einem ebenen Strand geschwommen, hätten sie eine Überlebenschance gehabt, sagte die Sprecherin der Naturparkverwaltung, Rosemary Gales. "Doch zwischen Felsen müssen sie in der Brandung solche Schläge einstecken", erklärte Gales, "so dass sie sehr schnell sterben."

Bei den Walen handelte es sich um Langflossen-Grindwale, die auch als Pilotwale bezeichnet werden. Sie werden zwischen fünf und acht Metern lang, bei einem maximalen Gewicht von drei Tonnen. Sie gehören zur Familie der Delfine und kommen vor allem in den kalten Gewässern der Südhalbkugel sowie im Nordatlantik vor. Pilotwale leben in großen Gruppen, sogenannten Schulen, von bis zu 600 Tieren.

Warum die Pilotwale auf die Küste schwammen, ist bis jetzt noch ungeklärt. Erst eine Woche zuvor hatte es einen ähnlichen Zwischenfall im Nordwesten Tasmaniens gegeben, bei dem 60 Wale strandeten. Nur elf Tiere konnten befreit und in tieferes Wasser zurückgebracht werden. Strandungen dieser Art sind nicht ungewöhnlich für diese Region.

Als Ursache für das Phänomen gelten Störungen im Orientierungssinn der Tiere, die möglicherweise durch Lärm verursacht werden, wie er bei Arbeiten mit starkem Sonar vorkommt - etwa bei Manövern von Kriegsschiffen.

oka/AP/Reuters

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