Cottbus - Wissenschaftler haben das zukünftige Klima in Deutschland errechnet. Ihr Fazit: Bis zum Jahr 2100 könnte es in Deutschland im Schnitt um einen Temperaturanstieg von 2,7 bis 4,5 Grad. Zugleich wird es trockener. Küstenregionen sind von den Temperaturanstiegen weniger betroffen als Süddeutschland.
Trockenheit: Rückgang der Sommer-Niederschläge um bis zu 28 Prozent
Der Temperaturanstieg erfolgt dabei nicht linear: Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts steigen die Temperaturen in Deutschland um bis zu 1,4 Grad Celsius - vorausgesetzt die globalen CO2-Konzentrationen verdoppeln sich bis dahin. Dann geht der Temperaturanstieg rasant weiter, bis zum Jahr 2100 rechnen die Forscher mit maximal 4,5 Grad mehr für Deutschland. Die Temperaturen steigen hier am stärksten im Spätsommer und im Herbst, wobei das Frühjahr eine geringere Erwärmung als der Jahresdurchschnitt zeigt. Innerhalb Deutschlands variieren die Temperaturzunahmen im Jahresmittel um etwa ein halbes Grad. Die Anstiege im Sommer fallen dabei in Süddeutschland wesentlich stärker aus als die in Küstenregionen, schreiben die Forscher.
Und die Sommer werden trockener: Um etwa 28 Prozent gehen die Niederschlagsmengen zurück - allerdings erst ab dem Jahr 2050. Dieser Rückgang werde aber in fast allen Simulationen durch eine Zunahme in den übrigen Jahreszeiten kompensiert, sodass die Jahresniederschlagsmengen in etwa gleich bleiben.
Nach Ansicht der Forscher wird die Region Brandenburg mit am stärksten vom Klimawandel betroffen sein: Bis zu 3,7 Grad Temperaturanstieg im Sommer errechneten sie bis zum Jahr 2100. Zugleich werden die Sommer in Brandenburg trockener, Frühjahr und Herbst dafür feuchter.
Die Ergebnisse des COSMO-CLM-Modells decken sich in etwa mit der Remo-Studie, die die Bundesregierung in Auftrag gegeben hatte. Darin hatten Wissenschaftler einen Temperaturanstieg von etwa 3 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts und regenarme Sommer vorausgesagt (siehe Fotostrecken).
An der Studie beteiligen sich Forscher von 25 in- und ausländischen Instituten, darunter das Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg. Die Ergebnisse der Simulation sollen auch in den vierten IPCC-Sachstandsbericht mit eingeflossen sein. Seit 2005 koordiniert der Lehrstuhl Umweltmeteorologie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) die Arbeiten, teilte die Hochschule mit.
lub/dpa
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