Temperaturen: 2008 lagen sie im Jahresschnitt bei 9,8 Grad Celsius
Absoluter Spitzenreiter war das Jahr 2000. Damals lag der Temperaturschnitt bei 9,9 Grad. Gut zwei Wochen vor dem Jahreswechsel liegt der Temperaturschnitt dieses Jahr bei 9,8 Grad. Den Wärmerekord aus dem Jahr 2000 kann das laufende Jahr daher nicht mehr übertreffen: "Aller Voraussicht nach wird der Temperaturschnitt bis Jahresende noch um ein paar Zehntel sinken. Am Ende wird 2008 wohl das viert- bis siebtwärmste Jahr gewesen sein", sagte Lux - sollten die Temperaturen in den letzten Tagen des Jahres nicht in den Keller stürzen.
Der typisch deutsche Sommer mit wechselhaftem Wetter - sogar Tornados registrierten die Experten - habe einen Temperaturrekord verhindert. "Wir hatten nicht gerade einen Jahrhundertsommer und einen eher kühlen September, sonst wäre der Rekord aus dem Jahr 2000 möglicherweise geknackt worden", sagte Lux. Außerdem war das Jahr zu trocken. Mit durchschnittlich 740 Liter Regen oder Schnee pro Quadratmeter gab es lediglich 93 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Die Zahl der Sonnenscheinstunden lag bis Dienstagmittag bei 1.599 und damit um drei Prozent über dem Mittelwert.
Seit 2003 zwei Billionen Tonnen Landeis geschmolzen
Die höchsten Durchschnittstemperaturen des Jahres 2008 gab es in Heidelberg, Berlin-Alexanderplatz und Stuttgart-Neckartal mit jeweils zwölf Grad. Der Temperaturrekord ist Düsseldorf-Benrath (35,6 Grad) nicht mehr zu nehmen.
In Grönland, Alaska und der Antarktis sind seit 2003 Eismassen von mehr als zwei Billionen Tonnen geschmolzen. Dies geht aus neuen Satellitendaten der US-Raumfahrtorganisation Nasa hervor. Mehr als die Hälfte der an Land geschmolzenen Eismassen entfielen auf Grönland, sagte Nasa-Geophysiker Scott Luthcke am Dienstag und bezog sich dabei auf Messungen des Satelliten "Grace". Im laufenden Jahr werde der Eisverlust in Grönland zwar erheblich sein, aber nicht so dramatisch ausfallen wie 2007.
In Alaska habe die Eismenge in diesem Jahr aufgrund beträchtlicher Schneefälle zwar leicht zugenommen. Seit 2003 seien hier aber 400 Milliarden Tonnen Eis verloren gegangen. Wissenschaftler betrachten grundsätzlich längere Zeiträume, um allgemeine Rückschlüsse auf den Klimawandel zu ziehen.
Matthias Armborst, AP
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