Ausgiebiger Bienenflug schützt Pflanzen vor Raupen. Wie ein Forscherteam um Jürgen Tautz von der Universität Würzburg herausgefunden hat, haben viele Schmetterlingsraupen - auch schädliche - Angst vor Wespen. Mit ihren feinen Sinneshärchen bemerken sie frühzeitig den Flügelschlag der anfliegenden Feinde und gehen in Deckung, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Current Biology". Die Raupen bleiben demnach entweder regungslos auf der Pflanze sitzen, an der sie gerade knabbern, oder sie lassen sich zur Sicherheit von den Blättern fallen.
In einem Experiment stellte sich heraus, dass die Raupen Bienen nicht von Wespen unterscheiden können und auch auf den Flügelschlag der für sie harmlosen Bienen reagieren. Die Forscher legten zwei Gärten an und setzen dieselbe Anzahl Raupen hinein. In einem Garten ließen sie dann wochenlang Bienen fliegen. Das Ergebnis: "Die Vernichtung der Blattfläche war um etwa 70 Prozent reduziert", sagt Tautz. Die Biologen zeigten, dass bei fortwährendem Bienenflug - wie er zum Beispiel in einem blühenden Obstbaum auftritt - die Raupen dauerhaft gestresst sind. Daher fressen sie weniger.
Tautz will nun testen, ob sich die Bienen auch als Schädlingsbekämpfer auf großer Fläche eignen. Es soll ein Feld angelegt werden, auf dem sich Blumenreihen mit Nutzgemüse abwechseln. "Hier wird interessant sein, zu sehen, ob weniger Gemüse vernichtet wird", sagt der Biologe. Sollte dies der Fall sein, könnten die Bienen im Frühling als natürliche Schädlingsbekämpfer eingesetzt werden.
lub/dpa
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