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17.02.2009
 

Nacktmull

Stabile Proteine sorgen für langes Leben

Nacktmulle sind von zweifelhafter Schönheit - und die wohl langlebigsten Nagetiere der Welt. Wissenschaftler haben nun das Geheimnis gelöst, warum die unterirdisch lebenden Tiere bis zu 30 Jahre alt werden können.

Washington - Manchen gilt der Nacktmull als wohl hässlichstes Tier der Welt. Diese Zeitgenossen schmähen ihn dann zum Beispiel als "Penis auf Beinen". Manche wiederum solidarisieren sich mit dem Tier und huldigen ihm im Netz mit speziellen Fanseiten. Doch bei allen Diskussionen um sein gewöhnungsbedürftiges Äußeres ist vor allem eines interessant: Der Nacktmull ist der langlebigste Nager der Welt

Die unterirdisch lebenden Tiere können bis zu 30 Jahre alt werden. US-Forscher haben nun herausgefunden, warum das so ist - und besonders stabile Eiweiße im Nackmull-Organismus ausgemacht. Viviana Perez von der University of Texas in San Antonio und seine Kollegen haben Leberproteine des Nacktmulls mit denen von Mäusen verglichen. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" vor.

Wie die Forscher aus Texas herausfanden, behalten die Proteine des Nacktmulls bis ins hohe Alter hinein ihre Form und Funktion. Bei Mäusen hingegen entfalteten sich die Proteine bereits in jungen Jahren vergleichsweise häufig. Bisher nahmen die Wissenschaftler an, dass Säugetiere unter anderem aus dem Grund altern, weil die Zellen zunehmend oxidativem Stress ausgesetzt sind. So nennen die Forscher den Prozess, bei dem Sauerstoffradikale, die bei der natürlichen Atmung entstehen, nicht rechtzeitig unschädlich gemacht werden.

Obwohl seine Zellen mit der gleichen Menge radikaler Sauerstoffverbindungen konfrontiert werden wie die von Mäusen, wird der Nacktmull bis zu 30 Jahre alt. Die Forscher um Perez vermuten, dass beschädigte Proteine des Nacktmulls schneller und besser abgebaut werden als die seiner kleineren Verwandten. Dadurch habe das Tier sein ganzes Leben lang mehr stabile Proteine.

chs/ddp

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