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04.03.2009
 

Verräterische Spuren

Schon frühe Raubsaurier hielten Hände in Greifposition

Bereits die Urahnen des Raubsauriers Tyrannosaurus rex hielten ihre Hände in Greifposition zueinander gekehrt - und nicht wie in vielen Filmen gezeigt nach unten. Das haben US-Forscher herausgefunden, die sich Spuren in 198 Millionen Jahre altem Schlamm angesehen haben.

San Francisco - Paläontologen kennen nur wenige intakte Fossilien aus der Frühzeit der Theropoden. Dazu zählen alle aufrecht gehenden Fleischfresser mit kleinen Armen, wie etwa Tyrannosaurus oder Velociraptor. Deswegen wussten sie bisher kaum etwas über die Beweglichkeit von deren Armen. Obwohl genaue Informationen fehlten, wurden diese in künstlerischen Darstellungen und Filmen oft herabhängend, mit nach unten gerichteten Handflächen dargestellt.

Urahn des Tyrannosaurus rex im Schlamm: "Die Spuren zeigen, dass bereits sehr frühe Theropoden diese spezielle Beweglichkeit besaßen"
DPA

Urahn des Tyrannosaurus rex im Schlamm: "Die Spuren zeigen, dass bereits sehr frühe Theropoden diese spezielle Beweglichkeit besaßen"

Doch das ist offenbar falsch, wie versteinerte Handabdrücke von Dinosauriern beweisen, die Forscher im US-Bundesstaat Utah gefunden haben. In dem 198 Millionen Jahre alten Gestein spürten Andrew Milner von der Dinosaur Discovery Site und Jerry Harris vom Dixie State College of Utah in St. George die Handabdrücke eines frühen Raubsauriers zwischen mehr als tausend anderen Saurierspuren auf.

Das Tier müsse sich anscheinend im frischen Schlamm hingehockt haben - und habe dabei seine Hände aufgestützt, berichten die Forscher im Fachmagazin "PloS ONE". Aus den Spuren sei klar zu erkennen, dass die Finger nach innen zeigten. Forscher vermuteten schon länger, dass die Unterarme der Raubsaurier nicht drehbar waren, und die Handflächen und Krallen einander immer gegenüber standen. Bislang hatten sie aber keine entsprechenden Beweise.

Die seltenen Spuren von Utah liefern diesen Beleg nun - und bestätigen zusammen mit früheren Skelettfunden nach Ansicht der Forscher außerdem, dass die Vordergliedmaßen der Raubsaurier nicht wie menschliche Hände drehbar waren.

Die Bewegung sei eher so gewesen, wie wir sie heute bei den Vögeln vom Zusammenfalten der Flügel kennen, erklärten die Wissenschaftler. "Die Spuren zeigen, dass bereits sehr frühe Theropoden diese spezielle Beweglichkeit besaßen, und die Vögel sie schließlich von ihnen erbten", sagte Jerry Harris.

chs/dpa

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