Sonntag, 22. November 2009

Wissenschaft



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19.03.2009
 

Fossilfund

Behaarter Dino verwirrt Forscher

Ein 70 Zentimeter großer Dinosaurier aus China bringt gängige Theorien ins Wanken: Das behaarte Tier besaß nach Meinung von Wissenschaftlern bereits Vorstufen von Federn. Somit könnte bereits der Vorfahre aller Dinos die Federn-Anlagen besessen haben, glauben sie.

Peking - Das Fossil eines behaarten Dinosauriers aus China bringt Paläontologen gehörig durcheinander. Der rund 70 Zentimeter lange, pflanzenfressende Heterodontosaurier besaß haarähnliche Fortsätze an Rücken und Schwanz, berichten chinesische Forscher um Hai-Lu You von der chinesischen Akademie der Geowissenschaften in Peking im Fachmagazin "Nature". Die Wissenschaftler sehen darin Vorstufen für Federn. Das ist überraschend, weil die Heterodontosaurier im Dino-Stammbaum sehr weit von der Abstammungslinie entfernt liegen, die zu den heutigen Vögeln führt.

Tianyulong confuciusi (Zeichnung): Haare mit Federn-Anlagen?
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AP

Tianyulong confuciusi (Zeichnung): Haare mit Federn-Anlagen?

Hai-Lu und seine Kollegen untersuchten ein Dinosaurierfossil aus der im Nordosten Chinas gelegenen Provinz Liaoning. Anhand der geologischen Schicht, in die das Fossil eingebettet war, konnten sie den Fund datieren. Der Heterodontosaurier der Art Tianyulong confuciusi lebte demnach vor rund 99 bis 144 Millionen Jahren.

Sein Kopf maß etwa sechs, der Schwanz rund 44 Zentimeter. Vermutlich war das Tier noch nicht ausgewachsen, berichten die Forscher. Überraschenderweise fanden sie in den Fossilabdrücken drei Bereiche, die auf haarartige Fortsätze der Haut hindeuten. Sie erstrecken sich über den Rücken bis zum Schwanz. Die Haare waren bis zu sechs Zentimeter lang und innen hohl.

Behaarung und Gefiederansätze wieder verloren?

Dieser innere Hohlraum ist es, der die Forscher vermuten lässt, es handele sich um Vorstufen von Federn. Das Problem: Die Heterodontosaurier befinden sich gar nicht in der Abstammungslinie der sogenannten Saurischia, die beispielsweise zum Tyrannosaurus, dem Urvogel Archaeopterix und den heutigen Vögeln führt. Vielmehr liegen die Heterodontosaurier in der zweiten Stammbaumlinie, den sogenannten Ornithischia, zu denen der gehörnte Triceratops zählt und die laut bisheriger Funde eine schuppige Haut hatten.

Dass nun doch ein Vertreter dieser zweiten Dinosaurierlinie mit den hohlen Haarfortsätzen Vorstufen von Federn zeigt, deutet darauf hin, dass schon ein gemeinsamer Vorfahre vor über 200 Millionen Jahren diese Anlagen besessen haben muss. Dinosaurier mit schuppiger Haut hätten dieser Interpretation zufolge im Laufe der Zeit Behaarung und Gefiederansätze wieder verloren.

Nicht alle Fachleute teilen diese Interpretation. Der US-Paläontologe Lawrence Witmer von der University of Ohio in Athens hält es für sehr schwierig, aus den versteinerten Spuren auf hohle Haare zu schließen. Außerdem sei es für die Entwicklung von Federn wichtig zu wissen, aus welcher Hautschicht die Haare entspringen. Dies könne aber ebenfalls nicht am Fossil abgelesen werden. Wenn sich die Ergebnisse jedoch durch weitere Funde erhärten, so könne sich durchaus die Erkenntnis durchsetzen, dass der gemeinsame Vorfahre aller Dinos einen haarig-fedrigen Flaum um den Körper trug.

lub/ddp

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