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21.04.2009
 

Neue Studie

Drastischer Anstieg der Klimaopfer erwartet

Ein überhitzter Planet und die Folgen: In einer neuen Studie beziffert die Hilfsorganisation Oxfam das Ausmaß der Klimaopfer. Bis zum Jahr 2015 werden demnach 375 Millionen Menschen jährlich von Trockenheit, Unwetter oder Überschwemmungen betroffen sein.

Berlin - Die Zahlen sprechen für sich: 375 Millionen Menschen werden im Jahr 2015 unter den Folgen des Klimawandels leiden. Diese Zahl prognostiziert die Hilfsorganisation Oxfam in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Es wäre ein Anstieg um 54 Prozent gegenüber der Zahl der derzeit jährlich Betroffenen. "Der Klimawandel macht mehr und mehr Menschen zu 'Klima-Hilfsbedürftigen'", erklärte Jan Kowalzig, Klimaexperte bei Oxfam Deutschland.

Indisches Mädchen mit Trinkwasser: "Der Klimawandel macht mehr und mehr Menschen zu 'Klima-Hilfsbedürftigen'"
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REUTERS

Indisches Mädchen mit Trinkwasser: "Der Klimawandel macht mehr und mehr Menschen zu 'Klima-Hilfsbedürftigen'"

Weltweit müssten die internationale Not- und Katastrophenhilfe und die Katastrophenvorsorge auf die wachsenden Herausforderungen durch die Folgen des Klimawandels neu ausgerichtet werden, heißt es in der Studie.

"Das internationale System der Not- und Katastrophenhilfe reagiert nach wie vor viel zu langsam und oft nur unzureichend auf Naturkatastrophen", erklärte Robert Lindner, Koordinator für humanitäre Kampagnen bei Oxfam Deutschland. Die Verantwortung liege hauptsächlich bei den reichen Ländern, allen voran den G-8-Staaten, erklärte Kowalzig mit Blick auf ein bevorstehendes Treffen der Umweltminister der G-8 in Italien. Deren in Aussicht gestellte Klimaschutzziele sind aber völlig unzureichend."

Er kritisierte die Weigerung dieser Länder, klare Zusagen zu machen. Das sei ein "Skandal". Ergebnisse für ein neues UN-Klimaschutzabkommen seien in Syrakus nicht zu erwarten. Die zweitägige G-8-Konferenz beginnt am Mittwoch.

Aber auch die Regierungen von Entwicklungsländern trügen Verantwortung, ihre Bevölkerung besser vor den Folgen von Naturkatastrophen zu schützen. Als positive Beispiele nennt der Bericht "The Right to Survive" (Das Recht auf Überleben) Kuba und Bangladesch, die trotz Armut massiv in die Katastrophenvorsorge investieren.

lub/AFP

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