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22.04.2009
 

Wüste Gobi

Tyrannosaurus-Vorfahr und Riesenstrauß entdeckt

Ungewöhnlicher Fund in der Wüste Gobi: Forscher haben eine frühe Miniaturausgabe des berüchtigten Tyrannosaurus rex gefunden - und eine Art Riesenstrauß, der rund 600 Kilogramm auf die Waage brachte.

London - In der Ahnenlinie der Tyrannosaurier klaffte bisher eine große Lücke: Die meisten bisherigen Funde stammen aus der späten Kreidezeit, sind also höchstens etwa 84 Millionen Jahre alt - und gehören zu gewaltigen Tieren, die dem bekannten Tyrannosaurus rex ähnelten. Die ältesten bisher bekannten Überreste ihrer mutmaßlichen Vorfahren sind aber mehr als 160 Millionen Jahre alt. Aus den mehr als 80 Millionen Jahren, die dazwischen liegen, wurden nur sehr spärliche Spuren gefunden.

Tyrannosaurus-Vorläufer und vogelähnlicher Gigant: Forscher finden zwei ungewöhnliche neue Saurierarten
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DPA

Tyrannosaurus-Vorläufer und vogelähnlicher Gigant: Forscher finden zwei ungewöhnliche neue Saurierarten

Jetzt aber haben Forscher einen Tyrannosaurus-Vorläufer entdeckt, der mit einem Alter von mehr als hundert Millionen Jahren genau aus dieser Zeitlücke stammt. Er war etwa 1,50 Meter groß und wog über 250 Kilogramm, berichten Wissenschaftler um Peter Makovicky vom naturhistorischen Field Museum in Chicago im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences". Der Schädel des Tieres sei rund einen halben Meter lang und mit mehr als 70 Zähnen bewaffnet gewesen. Im Vergleich zum mehr als vier Meter großen und fünf bis sechs Tonnen schweren Tyrannosaurus rex war er jedoch ein Zwerg.

Dennoch schließe er eine große Lücke in der Entwicklungsgeschichte der Tyrannosaurier, schreiben Makovicky und seine Kollegen. Der neue Fund stehe sowohl in seinem Alter als auch seinen körperlichen Eigenheiten zwischen den frühen, kleinen und späten, großen Raubsauriern. Seine Schnauze war ungewöhnlich flach und langgestreckt, seine Zähne abgeflacht und noch nicht dolchartig wir die des Tyrannosaurus.

Das Fossil stamme aus der frühen Kreidezeit und sei vermutlich kein direkter Vorfahre der späteren Tyrannosaurier, sondern gehöre eher einer Seitengruppe des Stammbaums an. Es begründet die neu entdeckte Art Xiongguanlong baimoensis. Der wissenschaftliche Name steht für "Drache von Jiayuguan und dem weißen Geist", nach einer nahen Stadt und einer Landschaftsformation.

Straußenähnlicher Gigant wog 600 Kilogramm

Ebenfalls aus der Kreidezeit stammt das Fossil eines gigantischen Ornithomimosauriers. Das vom Aussehen her straußenähnliche Tier mit langem Dinosaurierschwanz wog rund 600 Kilogramm und war dabei vermutlich noch nicht einmal ausgewachsen. Es lief wahrscheinlich auf den Hinterbeinen, hatte kräftige Arme und einen kleinen, vogelartigen Kopf. Die Vorderläufe des Allesfressers waren mit bis zu zehn Zentimeter langen Krallen bewehrt, die er vermutlich zum Graben und Kratzen benutzte, schreibt das Team um Makovicky.

Knochenanalysen ergaben, dass der Saurier schon mit 13 Jahren starb. Die bisher unbekannte Art bekam den Namen Beishanlong grandis ("großer Drache der nördlichen Berge") und stellt eine der bislang größten der Ornithomimosaurier dar, die durch ihr Aussehen an heutige Strauße erinnern.

mbe/dpa

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