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24.04.2009
 

Satellitenbild der Woche

Südamerikas schlammiger Gigant

Die Ufer des Rio de la Plata sind die Heimat von Millionen Menschen. Ein aktuelles Satellitenbild zeigt, was sie angezogen hat - und warum der gewaltige Mündungstrichter zweier Flüsse aus dem All noch beeindruckender anzusehen ist als aus der Nähe.

Die Flüsse Paraná und Uruguay sind riesige Ströme - und äußerst unterschiedlich. Aus dem All betrachtet ist der Uruguay auf seinem Weg durch den gleichnamigen Staat erst auf den zweiten Blick auszumachen - er fügt sich nahtlos in den bunten Flickenteppich aus Feldern und Wäldern. Der Paraná aber schlängelt sich von Westen her leuchtend hellbraun durch das pralle Grün sumpfiger und bewaldeter Gebiete.

Rio de la Plata (5. April): Schlammiger Mündungstrichter an Südamerikas Ostküste
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ESA

Rio de la Plata (5. April): Schlammiger Mündungstrichter an Südamerikas Ostküste

Der rund 4000 Kilometer lange Paraná verleiht dem Rio de la Plata, dem knapp 300 Kilometer langen und bis zu 220 Kilometer breiten Mündungstrichter der beiden Flüsse, seine gelbliche Farbe. Die Ursache ist die gewaltige Menge an Sedimenten, die der Paraná auf seinem Weg mit sich führt: Fast 57 Millionen Kubikmeter spült er jedes Jahr in den Rio de la Plata. An dessen östlichen Ende gelangt das schlammige Wasser in den Atlantik und bildet dabei markante Wirbel.

Die Fruchtbarkeit der Gegend hat zahlreiche Menschen angelockt. Die Siedlungen an den Ufern des Rio de la Plata sind inzwischen zu Metropolen angeschwollen. Die größte von ihnen, Buenos Aires, ist als großer grauer Fleck am Südufer des Rio de la Plata zu erkennen. Offiziell umfasst die Hauptstadt Argentiniens rund drei Millionen Menschen und nur 203 Quadratkilometer - was etwa einem Viertel der Fläche Hamburgs entspricht. Doch der gesamte Großraum wird von rund 13 Millionen Menschen bevölkert. Unmittelbar östlich der Metropole ist die Provinzhauptstadt La Plata zu sehen.

Das Nordufer des Rio de la Plata gehört zu Uruguay. Dessen Hauptstadt Montevideo ist auf dem Bild des europäischen Satelliten "Envisat" am rechten Bildrand zu erkennen - sie ist mit rund 1,5 Millionen Einwohnern deutlich kleiner als Buenos Aires.

In Deutschland wurde die Stadt vor allem als Schauplatz der Schlacht am Rio de la Plata bekannt: Das Panzerschiff "Admiral Graf Spee" traf zu Beginn des Zweiten Weltkriegs vor der südamerikanischen Ostküste auf drei britische Kreuzer. Die nach dem Gefecht beschädigte "Graf Spee" ankerte in Montevideo, musste aber nach 72 Stunden wieder auslaufen und konnte deshalb nicht vollständig repariert werden. Kapitän Hans Langsdorff ließ das Schiff vor der Stadt versenken und beging später Selbstmord. Teile der "Graf Spee" wurden in den vergangenen Jahren geborgen.

mbe

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