• Drucken
  • Senden
  • Feedback
22.06.2009
 

Rätsel der Erde

Wie funktioniert das Klima?

Wenigstens eine unumstößliche Erkenntnis gibt es in der Klimaforschung: Treibhausgase aus Autos, Fabriken, Kraftwerken und Wohnungen erwärmen die Luft. Über Ausmaß und Auswirkungen der zu erwartenden globalen Erwärmung besteht jedoch weiterhin Unklarheit. Insbesondere Vorhersagen für einzelne Regionen unterliegen großen Unsicherheiten.

Kohlekraftwerk in Polen: Über Auswirkungen der globalen Erwärmung besteht weiterhin Unklarheit
Zur Großansicht
DPA

Kohlekraftwerk in Polen: Über Auswirkungen der globalen Erwärmung besteht weiterhin Unklarheit

Das Dilemma der Forscher: Angesichts einer möglichen Klimakatastrophe fordern Politiker eindeutige Prognosen. Der Uno-Klimabericht, der alle paar Jahre die Erkenntnisse zusammenfasst, dokumentiert jedoch große Wissenslücken.

Die Strahlungsenergie in der Luft etwa, die die Temperatur bestimmt, kann nur mit erheblicher Unsicherheit berechnet werden. Eine Verdopplung des Kohlendioxid-Gehaltes allein würde die bodennahe Luft um lediglich ein Grad erwärmen. Wie stark CO2 die Erde aufheizt, hängt vor allem davon ab, wie viel Wasser verdunstet. Die Schätzungen über den Wasserdampf-Effekt klaffen jedoch weit auseinander.

Auch die Wirkung von Partikeln aus Industrie-, Heizungs- und Autoabgasen, aus Ozeanen, Vulkanen und dem Erdboden ist laut dem Uno-Klimareport "kaum verstanden". Die sogenannten Aerosole wirken in der Luft überwiegend als Gegenspieler der Treibhausgase, sie schirmen den Erdboden von Sonnenlicht ab. Rußteilchen mildern den Kühleffekt der Aerosole allerdings stärker als angenommen, berichtet Gunnar Myhre vom Klimaforschungszentrum Cicero in Oslo in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Science".

Aerosole dienen auch als Saatgut für Wolken. Eine leichte Vergrößerung der Wolkendecke könnte die Erwärmung deutlich bremsen. Der Kreislauf des Wassers zwischen Boden, Luft und Ozean müsste besser erforscht werden. Unklar ist auch, wie die Eismassen der Antarktis und Grönlands, Urwälder und Meeresströme auf eine Erwärmung reagieren werden - es mangelt an Messdaten.

Vertrauen in ihre Klimaprognosen, die mit Großcomputern errechnet werden, ziehen Forscher daraus, dass sie ihre Modelle mit der Klimaentwicklung der Vergangenheit abgleichen. Doch selbst die Kenntnisse über die Temperaturschwankungen der vergangenen Jahrhunderte unterliegen bedeutenden Unsicherheiten, betonen Experten, die entsprechende Daten in alten Baumstämmen oder Eisbohrkernen lesen. Ein Drittel jener Forscher, die in der SPIEGEL-ONLINE-Umfrage für das Thema Klima gestimmt haben, halten deshalb Fortschritte in diesem Bereich für vorrangig.

Axel Bojanowski



AFP
Erdbeben: Seit rund 100 Jahren suchen Geoforscher vergeblich nach verlässlichen Warnsignalen. Mehr ...



DPA
Klima: Über Ausmaß und Auswirkungen der zu erwartenden globalen Erwärmung besteht weiterhin Unklarheit. Mehr ...



University of Washington
Entstehung des Lebens: Seit 1953 haben Geochemiker keine wesentlichen Fortschritte gemacht, um die Entstehung des Lebens zu erklären. Mehr ...



DER SPIEGEL
Erdinneres: Wäre die Erde ein Apfel, hätten wir noch nicht annähernd die Schale durchstoßen. Mehr ...


Zurück zum Hauptartikel

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Natur

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP