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03.07.2009
 

Satellitenbild der Woche

Die Rote Insel

Madagaskar ist ein Tier- und Pflanzenparadies. Die rote Erde hat ihm den Spitznamen Rote Insel eingebracht. Derzeit passiert viel auf dem von Afrika sowohl geografisch als auch - seit kurzem - politisch isolierten Eiland.

Es ist 160 Millionen Jahre her, dass sich Madagaskar geologisch von Afrika trennte. Die politische Trennung erfolgte erst vor rund drei Monaten: Die Afrikanische Union schloss den Inselstaat aus, nachdem Präsident Marc Ravalomanana nach wochenlangen Auseinandersetzungen zurückgetreten war. Ihm war Korruption vorgeworfen worden. Das Militär hatten daraufhin Oppositionsführer Andry Rajoelina zum neuen Staatsoberhaupt erklärt. Der Machtwechsel forderte 140 Todesopfer. Nach Ansicht der Afrikanischen Union war es ein unrechtmäßiger Putsch.

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ESA

Mit einer Fläche von 590.000 Quadratkilometern ist Madagaskar ungefähr so groß wie die iberische Halbinsel - und die viertgrößte Insel der Welt. Die 160 Millionen Jahre lange geografische Isolation hat das Eiland zu einem Tier- und Pflanzenparadies gemacht: Fünf Prozent aller bekannten Arten sind auf Madagaskar zu Hause, viele kommen ausschließlich dort vor.

So wie die Lemuren: Die rund 100 bekannten Arten dieser nagetierartig aussehenden Baumbewohner gibt es nur auf Madagaskar. Lemuren sind aber keine Nagetiere, sondern gehören zu den Primaten - der Unterordnung von Säugetieren, die auch Affen und Menschen umfasst. Sie sind massiv vom Aussterben bedroht - vor allem durch stete Abholzung der Regenwälder.

Bevor Menschen die Insel vor etwa 2300 Jahren besiedelten, war sie überwiegend von Wald bedeckt. Vor allem nach 1960 - bedingt durch das starke Wachstum der Bevölkerung nach Erlangen der Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich - verschwand ein Großteil der Wälder.

Die Aufnahme des Satelliten Envisat zeigt die große Vielfalt des Terrains auf Madagaskar: Strände und Lagunen an den Küsten, Hochplateaus und Berge im Zentrum der Insel, Flüsse, Wüsten und Wiesen im Rest des Landes.

Der Rotstich der Erde hat der Insel den Spitznamen die Rote Insel eingebracht. Politisch gesehen war sie bisher allerdings nicht rot: Der gestürzte Präsident Ravalomanana praktizierte eine ultra-liberale Wirtschaftspolitik. Unter Rajoelina könnte sich die politische Färbung der Insel ihrer natürlichen annähern: Er versprach, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, die Menschen auf Madagaskar aus der Armut zu führen.

lub

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