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07.07.2009
 

Körpergröße

Faulheit machte Dinosaurier zu Riesen

Pflanzenfressende Saurier erreichten gigantische Ausmaße, weil sie sich wenig bewegten, glaubt ein US-Forscher. Dank effizienter Energiennutzung und eines breiten Nahrungsangebots konnten die Riesenechsen so zu den größten Landtieren werden, die je auf der Erde gelebt haben.

Du bist, was du isst. Das gilt offenbar auch für Sauropoden, vierbeinige pflanzenfressende Dinosaurier wie den Brontosaurus. Die Tiere waren deshalb so groß, weil sie die einst reichlich vorhandene Nahrung äußerst effizient verwerten konnten. Über diese Hypothese berichtet Brian McNab von der University of Florida in Gainesville im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Nur einige Meeressäuger wie beispielsweise der Blauwal erreichten noch größere Körpermassen.

Sauropode Paralititan stromeri (Zeichnung): Groß dank wenig Bewegung?
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DPA

Sauropode Paralititan stromeri (Zeichnung): Groß dank wenig Bewegung?

Die Energie, die ein Tier im Verhältnis zu seiner Masse verbraucht, bestimmt seine maximale Größe, schreibt McNab in seiner neuen Studie. Wenn zwei Tiere gleich viel Energie zu sich nehmen, wird das Tier größer, das seine Energie effizienter verwertet. McNab hat dazu ein Modell entwickelt, das den Energieverbrauch von Dinosauriern mit jenem heute lebender Säugetiere und Reptilien vergleicht. Er verwendete dazu Daten aus einer Studie, in der der Energieumsatz freilebender Reptilien, Vögel und Säugetiere ermittelt wurde.

Dinosaurier hatten offenbar einen Energieumsatz, der zwischen demjenigen der meisten Reptilien und Säugetieren liegt, schließt McNab aus seinen Ergebnissen. Sie verbrauchten nur rund ein Fünftel der Energie, die heute lebende Säugetiere derselben Masse benötigen, aber dreimal so viel Energie wie Eidechsen. Hätten die Riesenechsen die Energieeffizienz von Eidechsen besessen, wären sie vermutlich 330 Tonnen schwer gewesen, zeigt die Studie.

Manche Forscher glauben, dass Sauropoden allein schon wegen der Blutversorgung des Kopfes nicht unbegrenzt wachsen konnten. Schätzungen zufolge wogen die schwersten Dinosaurier bis zu hundert Tonnen. Derartige Zahlen werden mittlerweile aber angezweifelt. Laut einem neuen Rechenmodell müsste die Masse zahlreicher Dinosaurierarten drastisch nach unten korrigiert werden - in einem Fall zum Beispiel von 38 auf 18 Tonnen.

Ausgestorbene Giganten wie Brontosaurus haben ihre Masse vermutlich dem großen Nahrungsangebot und einer sehr effizienten Energieverwertung durch wenig Bewegung zu verdanken, schreibt McNab. Wie diese beiden Faktoren zusammenhängen, wird auch am Beispiel von Meeressäugern deutlich: Deren Energieumsatz ist rund zweimal so hoch wie der landlebender Säugetiere. Tiere wie Wale benötigen so viel Energie, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Dass sie aber überhaupt so viel Energie zu sich nehmen können, ist wahrscheinlich auf das große Nahrungsangebot des Meeres zurückzuführen.

hda/ddp

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