Hamburg - Die Fischbestände von Scholle und Kabeljau in der Nordsee haben sich nach Einschätzung der EU vergrößert. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) habe in Kopenhagen bei seiner diesjährigen Bestandsschätzung und seiner Fangempfehlung für 2010 die Fangquote für beide Fischarten weiter erhöht, teilte der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischer, Peter Breckling, in Hamburg mit. Die Langzeit-Managementpläne der EU hätten ein weiteres Wachstum der Bestände bewirkt. Auch die Verkleinerung der Flotten in Holland und Dänemark aufgrund der gestiegenen Treibstoffkosten habe sich während der vergangenen Jahre positiv ausgewirkt.
Gefangener Kabeljau: Nordsee-Bestände wuchsen seit 2006 um 75 Prozent
Auch für den Nordseehering melden die Fischereiforscher Breckling zufolge wieder mehr Nachwuchs. Obwohl der Elterntierbestand ausreichend groß sei, habe es in den vergangenen fünf Jahren wenig Jungfische gegeben. Bei einer Forschungsfahrt seien jetzt wieder größere Jungfischvorkommen gefunden worden, so dass ein guter Jahrgang zu erwarten sei.
Leicht sinken wird den Angaben zufolge die Quote beim Seelachs. Bei der Fischart wurde bei ausreichend großem Elterntierbestand ein bisher unerklärlicher Rückgang des Jungtieraufkommens festgestellt.
Eine Studie aus dem Wissenschaftsmagazin "Science" hat jetzt bestätigt, dass bei vernünftiger Fischfangpolitik Hoffnung für die weltweit überfischten Meere besteht. Demnach konnten sich in mehreren Regionen der USA, Neuseelands oder Islands dezimierte Fischbestände durch behutsame Fischereipolitik beträchtlich erholen. Strategien zum Schutz der Fanggründe ermöglichten die ökologische wie wirtschaftliche Erholung, sagte der Hauptautor der Studie, Boris Worm von der kanadischen Dalhousie University.
Zwar sei dies nur ein Anfang, "aber dieser gibt mir die Hoffnung, dass wir in der Lage sind, die Überfischung unter Kontrolle zu bringen", sagte Worm: "Die Studie zeigt, dass unsere Ozeane nicht verloren gegeben werden müssen." Der Studie zufolge müssen sich allerdings knapp zwei Drittel - nämlich rund 63 Prozent - der Fanggründe weltweit erholen, um ein Verschwinden besonders gefährdeter Fischarten zu verhindern. Noch immer gebe es "die beunruhigende Tendenz" hin zur weiteren Abnahme der Fischbestände, sagte Worm.
lub/ddp/AFP
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