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04.08.2009
 

Gen-Analyse

Wolf könnte überall zum Hund geworden sein

In Ostasien gibt es eine besonders starke genetische Vielfalt bei Hunden. Wissenschaftler glaubten daher, dass dort die ersten Hunde aus Wölfen gezüchtet wurden. Neue Genanalysen bringen diese These nun ins Wanken.

Wurde der Wolf wirklich zuerst in Asien domestiziert? Neueste Genuntersuchungen von US-Wissenschaftlern um Adam Boyko von der Cornell University in Ithaca stellen diese Annahme nun in Frage. Im Fachmagazin " Proceedings of the National Academy of Sciences" schreiben die Wissenschaftler, dass die ersten Haushunde auch in einer anderen Region des eurasischen Raums gelebt und sich von dort mit dem Menschen über die Welt verbreitet haben könnten.

Wie frühere Studien gezeigt haben, ist die genetische Vielfalt bei Hunden in Ostasien besonders groß. Diese Vielfalt hatten sich Wissenschaftler damit erklärt, dass dort die erste Domestikation stattgefunden haben musste - und dementsprechend genug Zeit vorhanden war, um diese Vielfalt hervorzubringen.

Mit ihren Untersuchungen bringen Boyko und seine Kollegen diese These jedoch ins Wanken. Die Wissenschaftler stützen sich auf Genanalysen von Hunden aus Ägypten, Uganda, Namibia, Puerto Rico und den Vereinigten Staaten.

Dabei mussten die Forscher zunächst anhand des genetischen Profils unterscheiden, ob die Hunde direkt von den Tieren europäischer Einwanderer der Kolonialzeit abstammten, oder ob sie die Nachkommen von Hunden waren, die bereits über Jahrhunderte hinweg in Afrika gelebt hatten. Diese Zuordnung gelang in den meisten Fällen. Unter diesen sogenannten indigenen Hunden konnten die Forscher eine ähnlich große Vielfalt beobachten, wie sie auch ostasiatische Hunde zeigen.

Das bedeute jedoch keineswegs, dass das Zusammenleben von Hund und Mensch in Afrika begonnen habe, betonen die Forscher. Vielmehr deuteten die Daten auf eine nach der ersten Domestikation sehr rasche Verbreitung des Hundes über die Kontinente hin.

Beispielsweise zeigten Hunde aus Uganda und Namibia überraschend große genetische Übereinstimmungen, obwohl beide Länder Tausende von Kilometern voneinander entfernt liegen. Um die Geschichte der Entwicklung vom Wolf zum Hund exakt nachzuzeichnen, seien daher sehr viel weitergehende genetische Untersuchungen nötig, so die Forscher.

lub/ddp

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